Minas Morgul – Kult VÖ: 01.12.17, Trollzorn, Black Metal

Jede Ära endet einmal. Nach zwanzig Jahren endet die Ära der Black Metaller von Minas Morgul, doch bedeutet das nicht das Ende der Band. Ganz im Gegenteil, denn nach „Ära“ (2012) erhebt sich zum zwanzigjährigen Bandjubiläum ihr tiefes und düsteres Werk „Kult“.

Die „Einleitung“ des sechsten Albums ist schon fast filmreif. Zeigt dieses sich wirklich stimmungsvoll gruselig, denn hinter der sanften Melodie versteckt sich leise eine Kinderstimme, die immer wieder mit kurzen düsteren Momenten durchbrochen wird, bis sie ihren schrecklichen Höhepunkt erreicht. Man spürt innerlich schon den Drang, die Beine in die Hand zu nehmen. Dann ist es soweit, aus dieser Finsternis erhebt er sich. „Kult“ beginnt als düstere, schleppende Nummer und eines wird uns hier schon bewusst: Minas Morgul sind zurück. Die Frauenstimme zu Beginn frisst sich unter dem hämmernden Beat wie eine Kugel in die Schläfe. Dann startet der wetzende Gesang von 13R13, passend wirkungsvoll und doch so grausam hart.

Sachter wirkt „Ein Teil Von Mir“, startet man noch mit leichtem Intro, soll der Track sich doch in ein schleppendes Beat-Ungetüm verwandeln. Hier ist das Tempo sehr langsam gehalten, doch der Beat drückt richtig und gibt dem Song in seiner schon traurigen Grundstimmung noch die zusätzliche Unterstützung. Drückt „Abschied“ dann sachte auf das Gaspedal und tritt als Midtempo-Nummer in Erscheinung, so geben fette Blastbeats den gewissen Kick. Doch das sollte nicht täuschen, denn lyrisch ist dieses Lied auch kein Kind von Fröhlichkeit, denn es wirkt sehr wehleidig, aber trifft das Thema mehr als ins Schwarze. Und wenn man schon bei der Schwärze ist, treffen wir auch schon auf den fünften Song des Albums. Unter dem Titel „Leere“ haben wir wieder eine sehr düstere Nummer. Das bemerkenswerte dieses Titels ist aber, dass er trotz der verbreitenden Traurigkeit irgendwie doch anmutig schön klingt, dass er trotz seiner Kraft einen emotionalen Sanftmut mit sich trägt.

Dann wir zugeschlagen. Der preschende Beat unter dem Namen „Bevor Ich gehe“ überzeugt nicht nur mit Härte, sondern zeigt er auch, dass die Brandenburger mittels ihrer Musik Gesteinsblöcke zerfetzen können, denn so fühlt es sich an, wenn dieser Sturm hereinbricht. Überraschend zeigt sich „Nur eine Kugel“ nicht allein durch den Text, sondern die eiskalte Nummer erhält starke Unterstützung durch Robse von der Band Equilibrium. Es geht eiskalt nach vorne, und dieser Titel kann nicht besser abgelöst werden als durch „Scherben“. Mit diesem Titel geht auch gleich die Geschwindigkeit ordentlich hoch. Textlich zeigt sich Minas Morgul auf hohem Niveau, aber auch stimmungsvoll zeigt der Song, was die Combo zu bieten hat. Bremst „Was Bleibt“ zwar ab, manövriert der Titel dennoch nicht aus. Hier ist der Klang zwar wieder leicht wehmütig, doch hauen die Brandenburger einem die Beats brutal um die Ohren. Dann kommt der Track zum Jubiläum. „XX“ kann man nur als fetzigen, aber brutalen Jubelsong beschreiben, der mit den Worten „Die Flamme lodert, lasst uns brennen“ eindeutig zeigt, dass nach zwanzig Jahren noch nicht Schluss ist.

Und das ist auch gut so! Minas Morgul haben für mich persönlich einen hohen Stellenwert, denn sie waren für mich mit der Beginn, überhaupt Black Metal zu hören. „Kult“ beschreibt eindeutig, dass das Feuer für diese Band noch lange nicht erloschen ist, dass es noch eine weitere Reise gibt. Beugt euch dem Kult, der Todesschwadron Ost ist wieder da!

Homepage: www.facebook.com/MinasMorgul

Tracklist

  1. Einleitung
  2. Kult
  3. Ein Teil Von Mir
  4. Abschied
  5. Leere
  6. Bevor Ich Gehe
  7. Nur Eine Kugel
  8. Scherben
  9. Was Bleibt
  10. XX

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