’77 & Dead Lord

Nach ihrer Tour mit Danko Jones hängen zwei der momentan heißesten Hard Rock-Acts noch ein paar Gigs hinten dran.

Den Anfang machen die (relativ unpünktlichen) Schweden von Dead Lord. Neben ihrem Thin Lizzy-Sound kann vor allem die Gitarrenfraktion mit mächtiger Gesichtsbehaarung punkten. Gegen das, an einen General aus dem US-amerikanischen Bürgerkrieg erinnernde, Gestrüpp im Gesicht von Gitarrist Olle Hedenström kann Sänger und Gitarrist Hakim Krim mit seinem hufeisenförmigen Walrossbart gerade noch anstinken; der dünne Schnorres von Basser Martin Nordin hingegen gewinnt keinen Blumentopf. Jedoch beschlich mich irgendwann das Gefühl, dass der immer wieder aufbrandende Szenenapplaus nicht den Bärten sondern eher der perfekt aufeinander eingespielten Band gilt. Das Musikalische ist nämlich mindestens genau so beeindruckend. Der Sound ist fast perfekt und jeder Ton sitzt. Zudem versprüht die Band Spielfreude ohne Ende und kann mit unterhaltsamen Ansagen die Stimmung unter den ca. hundert Anwesenden weiter anheizen. Wenn es unter all den Thin Lizzy-Epigonen, die in den letzten Jahren aufgetaucht sind, eine Band gibt, die würdig in die Fußstapfen der irischen Legende treten kann, dann sind es Dead Lord!

Dementsprechend stürmt die Meute nach dem letzten Song sofort den Merch-Stand, an dem sich die Band bald einfindet und bereitwillig alles signiert was ihnen hingehalten wird. Als ’77 kurz darauf starten, sind die Meisten noch am Merch oder oben an der Bar, weswegen die Spanier zwar etwas belämmert aus der Wäsche gucken. Nichtsdestotrotz ist sofort viel Bewegung auf der Bühne. Den beiden neuen, Guillem Martinez am Bass und Drummer Andy Cobo, war nicht anzumerken, dass sie noch nicht so lang dabei sind, auch wenn die beiden Valeta-Brüder natürlich im Mittelpunkt standen. Zum Glück hat Lead-Gitarrist LG den Großteil der Angus Young-Bühnenmoves zu Hause gelassen und macht sein eigenes Ding. Das passt zum neuen Album, auf dem man auch andere Einflüsse als AC/DC mit Bon Scott zulässt. Das alles führt dazu, dass sich alle schnellstens wieder vor die Bühne begeben und die Band abfeiern, auch wenn die Stimmung bei Dead Lord besser war, da helfen auch LGs übliche Ausflüge ins Publikum nicht viel. Trotzdem können alle mehr als zufrieden den Heimweg antreten, schließlich haben zwei außergewöhnliche Bands gute bis sehr gute Shows abgeliefert.

Setlist Dead Lord

    • Strained Fouls
    • Ruins
    • Because Of Spite
    • No Regrets
    • Don’t Give A Damn
    • Bold Move
    • Onkalo
    • Hank
    • When History Repeats Itself
    • Hammer To The Heart
    • Farewell

Bericht: Padre / Fotos: Dark Angel

Bericht: Padre / Fotos: Dark Angel

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