Asphagor – The Cleansing VÖ: 11.05.18, Black Sunset, Black Metal

Asphagor – The Cleansing

Asphagor werden als das österreichische Ausnahmetalent im Bereich Black Metal gefeiert. Nach ihrem Debüt „Havoc“ im Jahr 2010 und dem im Jahre 2013 folgenden „Anti“ sollen sie zu den kraftvollsten Outputs der Schwermetallszene aus unserem Nachbarland zählen. Fünf Jahre nach dem Erfolg von „Anti“ bringt das düstere Quartett ihr Folgewerk „The Cleansing“ auf den Markt. Ihr Schaffen hat sich weiterentwickelt, doch spielt in ihrem neuen Langspieler auch das Temple Of Disharmony Studio eine große Rolle, denn mit „The Cleansing“ wurde die sehr erfolgreiche Arbeit mit Patrick W. Engel fortgeführt und auch in gewissen Maßen ausgebaut.

Erhaben schreddern die Gitarren zum Opener „The Delphic Throne“ los. Starten dann die Vocals von Morgoth, bleibt kein Stein mehr auf dem anderen. Ein Sturm zieht hier auf, der wie der Wind der Apokalypse über Felder weht. Das Tempo ist hoch gehalten und trotzdem bringen die Österreicher eine gewisse Grundmelodie in den Song, der nicht nur aus puren Blastbeats besteht. Zweifelsohne kraftvoll, schade nur, dass ich eben jenes auch für den zweiten Titel „Sun Devourer“ schreiben könnte. Dieser hebt sich so fast gar nicht vom Opener ab, hat nur hier und da kleine Doompassagen, knüppelt sich sonst aber seinen Weg. „The Solipsist“ ist da schon etwas anders aufgrund der veränderten Stimmlage. Der Track klingt im Allgemeinen deutlich düsterer als die Vorgänger. Haben wir hier zwar einen etwas längeren Song von fast sieben Minuten, werden immer wieder andere Klangbilder bedient, sodass die Grundmelodie nicht immer dieselbe bleibt.
„(In The) Sea Of Empty Shells“ beginnt mit gesprochenem Intro, darauf folgen melodische Gitarren, die dann mit den harten Schwarzmetallbeats verstummen. Das Tempo ist auch hier wieder auf einem mittleren Niveau, und somit ist dem Track gut zu folgen. Allerdings fehlt es an dieser kleinen Prise Salz, die das Gericht richtig schmackhaft macht.

Mit „101815“ haben wir dann auch schon die Hälfte des Albums erreicht. Hinter dieser Zahlenkombination verbirgt sich der sporadisch sanfte Instrumentaltrack, den jedes Black-Metal-Album braucht. Zu den sachten Gitarren kommen ein paar gesprochene Worte hinzu bis die düstere Belegschaft um Asphagor ihren Kreuzzug mit „Ardor“ fortführt. Die Titel bis hierhin betrachtend ist „Ardor“ wohl der Track, der am meisten drückt. Relativ finster wirkt er aber nicht, es bleibt ein bisschen bei dem Standardgeballer. Im Mittelteil wird sich nochmal einer ruhigen Passage bedient, die dann kurzzeitig zu einem richtigen Nackenbrecher hochgefahren wird und den Titel dann doch ordentlich einheizt. Nach dem Feuer braucht es ein bisschen bis ich mit „Circle Of Abbadon“ warm werde, zumal das Songintro relativ lang gehalten ist, dann aber der Track selber sehr eintönig ist. Lediglich ein paar Riffs machen ihn interessant. Das war es dann leider auch. Sehr rockig und ziemlich abgefahren für das Album ist der Beginn des achten Titels „Monodia (He, My Wall)“. Hier gibt es einen sehr experimentellen Track, der schon bald in Richtung Death Metal gehen könnte. Das Tempo wird wieder angefeuert, der Titel geht unter Dampf nach vorne und verschlingt die Seele in Dunkelheit. Er ist wirklich gut umgesetzt, außer dass die Länge von fast sechs Minuten irgendwann einfach den Wind aus den Segeln nimmt. Mit Kirchenchor leiten die Österreicher „Aura Nocturna“ ein. Von der okkulten Ebene bleibt im Track selbst allerdings nicht sehr viel. Leider klingt das alles dann sehr nach normalem Black Metal. Erst gegen Ende versucht man, das Thema wieder aufzugreifen, was dann aber auch gut gelingt. Titelgeber des Albums „The Cleansing“ eröffnet mit melodischen Gitarren das Feuer und bietet eine erhabene Atmosphäre, fällt aber in das nun bekannte Geknüppel zurück. Dadurch, dass der Titel fast ausschließlich gesprochen ist, hebt er sich doch vom Rest des Albums ab. Auch wird hier deutlich melodischer gearbeitet und sich vom Standard gelöst.

Leider kann ich mich nicht den anderen Stimmen anschließen, denn ich empfinde das Album „The Cleansing“ nicht als besonders kraftvoll oder als sehr hervorstechend. Es gibt Momente in denen Asphagor wirklich ihr Potenzial aufzeigen, allerdings bleibt es doch gemäß des Spruchs „Schuster bleib bei deinen Leisten“ immer wieder auf einer Welle. Ein paar mehr Experimente und Stimmungen täten dem Album ganz gut, sonst bleibt die Band leider nur eine Black-Metal-Band von vielen.

Homepage: https://www.facebook.com/Asphagor/

Tracklist:
01. The Delphic Throne
02. Sun Devourer
03. The Solipsist
04. (In The) Sea Of Empty Shells
05. 101815
06. Ardor
07. Circle Of Abaddon
08. Monodia (He, My Wall)
09. Aurora Nocturna
10. The Cleansing

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