Festivalbericht – OS-Feast 2 30.05.2019 - Hyde Park, Osnabrück

Flyer OS-Feast 2019

Zum zweiten Mal findet das von Markus Weckermann initiierte OS-Feast im Hyde Park Osnabrück statt. Diesmal mit weniger Bandausfällen als im vergangenen Jahr. Zwei Bühnen, 13 Bands, eine Bierbude und zwei Imbisswagen. Dazu ein kleiner Metalmarkt im Inneren des Hyde Parks und fertig. Das ist das OS-Feast 2.

Um 15:00 Uhr eröffnen Jacobs Fall das OS-Feast 2. Musikalisch irgendwo zwischen Alphaville und Depeche Mode melanchlieren sie eine gute halbe Stunde vor sich hin. Hinzu kommt zerbrechlicher Gesang mit viel Melodie und elektronischen Samples. Ein ungewöhnlicher, aber doch guter Opener für ein Metalfest.

Auf der zweiten kleineren Bühne, die seitlich auf der Tanzfläche des Hyde Parks aufgebaut wurde, spielen Dicks`n`Dynamite dann zur Überbrückung der Umbaupause. Hier zeigt sich knackiger Rock ´n´ Roll mit viel Klischee, Cowboyhut und Schlangenlederstiefeln. Nicht ganz meins, aber doch ganz stabil.

Der Weltraum: unendliche Weiten. Die Space-Metaller Vyre überraschen mit einem Line-Up-Wechsel. Wer sie noch von unserer Heavy Stage Night kennt, wird sich nun etwas darüber wundern, dass der Posten des Frontmannes gewechselt hat und nun von einer Dame bekleidet wird. Sie gibt dem Ganzen einen Arch Enemy-Anstrich, zumindest was den Gesang betrifft, der bei ihr aber sehr variantenreich ist. Ein kleines Akte-X-Theme vom Keyboarder ist auch mal drin. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob hier ein Statement über die (un)Wichtigkeit von Bassisten gefallen ist. Denn alle Mitglieder haben auf ihren orangenen/blauen Overalls Rangabzeichen. Ihr Bassist nicht. Alle tragen einheitlich weiße Gürtel, ihr Bassist einen schwarzen, und er ist auch der einzige auf dessen Rücken das Wort CREW steht. Seinen Job macht er allerdings gut.

Danach sind Dicks `n` Dynamite nochmal an der Reihe bevor mit Cremation mal so richtig Alarm auf der Bühne ist. Schwebend zwischen Death Metal und Core reißen die Schweizer ein dermaßenes Bett ab, dass die Genrebezeichnung hier auch wirklich scheiß egal ist. Sitzt, passt, knüppelt und hat Luft.

Auf der Second Stage spielen die Brain Lickers etwas punkiger auf, was durchaus schon mehr meinen Geschmack trifft. Ausgerechnet bei Gomorra eine Pause einzulegen und sich nach draußen an die Luft zu setzen war wohl ziemlich dumm von mir. Denn die letzten beiden Stücke, die ich von ihnen höre, klingen wirklich super. Power Metal, genau richtig zwischen Pathos und Kitsch ausbalanciert. Hätte mir bestimmt gefallen.

Brain Lickers, die zweite. Immer noch gut, allerdings bevorzuge ich dann doch eher den klassischen Hard Rock der Münsteraner Healer. Ihr Sänger hat zwar eine ziemliche Pudelfrisur, aber dafür glänzt er mit seiner Stimme. Untermalt wird das Ganze von harmonischen Keyboard-Klangteppichen und solidem Gitarrenspiel.

Auf der zweiten Bühne dürfen nun Atomic Peat zweimal ran und spielen härteren Rock `n` Roll mit Stoner-Rock-Wurzeln. Generell muss ich aber zugeben, dass diese Zwischenbands nicht ganz meinen Geschmack treffen.

Savage Blood sind als Ersatz für die durch eine Verletzung ihres Schlagzeugers ausgefallenen Contradiction eingesprungen. Im Grunde ist ihr Auftritt ähnlich dem auf der Maiwoche. Guter Priest-lastiger Metal. Ein würdiger Ersatz. Danach drehen Atomic Peat ihre zweite und letzte Runde.

Crone klingen sehr nach Secrets Of The Moon, was auch wohl daran liegt, dass deren Gitarrist niemand geringeres als SG von eben Secrets Of The Moon ist. Melancholisch hypnotisch, dazu verstümmelte weibliche Schaufensterpuppen auf der Bühne, die mit ihrer schwarzen Farbe und dem Nebel, der die Band umhüllt, zu einem grotesken aber beeindrucktem Gemisch aus Bild und Sound werden.

From Willows treffen dann leider so überhaupt nicht meinen Nerv. Das Duo klingt mir dann doch etwas zu proggie und verkopft.

Burning Witches sind Headliner – das beweisen die Damen auch beim ersten Akkord. Die fünf Grazien sind nicht nur hübsch anzuschauen, sondern knallen auch guten Heavy Metal durch die Anlagen. Ihre Fronthexe ist dabei sogar eine richtige Sirene, hat ordentlich Druck auf der Lunge und schafft es sogar, eine würdige “Holy Diver”-Version darzubieten, bei dem der große Meister Ronnie James nicht im Grab rotieren muss.

Nach dem From Willows ein letztes Mal die zweite Bühne bespielt haben, gibt es als Aftershow Slot noch den Gastgeber Markus Weckermann samt seiner Weckörheads, die zum gepflegten Abschluss randalieren. Dass die Jungs Motörhead-Songs auf Deutsch interpretieren, ist ja nun schon bekannt. Beim Stück “Berühr Mich Nicht” gibt es dann auch eine “Gästin” , um politisch korrekt zu bleiben, auf der Bühne und da die Veranstaltung eh gleich rum ist, kann man das Gitarrensolo auch mal eben auf dem Stehtisch spielen. Braucht eh keiner mehr.

Und so endet auch die zweite Auflage des OS-Feast. Wer noch Bock hat, kann bei der Aftershowparty noch ein wenig abzappeln oder fährt wie ich nach Hause.

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