Blaze Bayley (Ex-Iron Maiden) – Tour Of The Eagle Spirit 20.09.2019 - Bastard Club, Osnabrück

Blaze Bayley

Was macht man, wenn man keinen Strom zu Hause hat, weder heiß duschen noch kochen kann, kein Internet hat und auch kein elektrisches Licht, um etwas zu lesen. Man geht zu einem Konzert. Gut, dass Ex-Maiden-Sänger Blaze Bayley in der Stadt ist.

Warum diese doch sehr persönliche Einleitung? Nun, ich finde es passt sehr gut, denn auch Blaze Bayley hat schwere Zeiten hinter sich. Auch wenn er im Verlauf des Konzertes immer wieder betont, wie schön für ihn die Zeit mit Iron Maiden war, erfolgreich war sie für beide Seiten nicht. Die beiden Mitte der 90er  Jahre entstandenen Alben “Virtual XI” und The X Factor” zählen nicht gerade zu den Highlights der Maiden-Discographie.

Blaze Bayley
Blaze Bayley

Eine Vorband gibt es heute Abend nicht, da diese wohl schlichtweg nicht erschienen ist. Zumindest bekomme ich das so mit. Darum geht es erstmal hoch in die Bar, um etwas zu trinken. Um 20:30 Uhr geht dann Mister Bayleys Begleitband ohne Intro oder sonstigen Tamtam unspektakulär auf die Bühne. Die Rufe des Publikums quittiert Blaze Bayley mit einem nicht wirklich ernst gemeinten “Shut Up”.

Mit “The Dark Side Of Black” eröffnet er den Set. Sein Bassist sieht einem sehr jungen Robb Flynn von Machine Head verdammt ähnlich und seine Arme sind mit zahlreichen Iron Maiden-Tattoos bestückt, inklusive der Unterschrift des Mannes für den er hier den Bass bedient. Blaze selber hat das, was er an Haaren eingebüßt hat, an Masse am Bauch angelegt. Nur sein ikonischer Backenbart ist geblieben und mit den Schweißbändern am Mikrofon wirkt er ein bisschen wie ein Sportreporter.

Viele der Songs, wenn nicht gar alle aus seiner eigenen Feder, verfolgen ein Konzept, bei dem es um den Hauptprotagonisten William Black geht. Ein Songtitel wie “The World Is Turning The Wrong Way” könnte nicht zutreffender auf unsere jetzige Zeit sein. Seine Ansagen zwischen den Songs werden häufig von seiner Band musikalisch untermalt, jedoch wirkt er nicht nur deswegen, sondern auch wegen seiner ständigen Aussage, dass wir uns alle lieben sollen, meist wie ein wieder erwachter Prediger.

“Together We Can Move The Sun” und auch das folgende “Solar Wind” klingen im Songaufbau schon sehr nach seinen einstigen Brötchengebern um Steve Harris. Das darauf folgende “Virus” klingt nicht nur so, sondern ist ein Maiden-Stück. Mit “Eagle Spirit” spielt er dann auch das Titelstück der Tour, bevor er mit “Calling You Home” und “Stare At The Sun” seine letzten beiden Eigenkompositionen spielt.

Karl Schramm - Blaze Bayley
Karl Schramm – Blaze Bayley

Den Abschluss bilden drei weitere Maiden-Songs, nämlich “Man On The Edge”, “Futureal” und “Como Estais Amigos”, bevor sich Blaze Bayley direkt von der Bühne zu einem Tisch im hinteren Bereich des Clubs begibt, um dort noch Autogramme zu geben und Fotos mit den Fans zu machen. Kurios ist, wieviele Leute ihre Maiden-CD dabei hatten. Dafür, dass die beiden Alben mit ihm gefloppt sind, sehe ich an diesem Abend sehr viele davon, oder ist das wie bei Modern Talking? Niemand hat´s gekauft, aber jeder besitzt mindestens ein Album.

Fun Fact: Dass Blaze Bayley bereits vor 10 Jahren hier gespielt hat, hat er wohl vergessen, denn er bezeichnet dies als seinen ersten Auftritt hier. Allerdings hat der Bastard Club 2009 auch noch eine andere Adresse gehabt, also sei es ihm verziehen.

Setlist:

  1. The Dark Side Of Black
  2. A Thousand Years
  3. The World Is Turning The Wrong Way
  4. Human
  5. Together We Can Move The Sun
  6. Solar Wind
  7. Virus (Iron Maiden Cover)
  8. Life Goes On
  9. Fight Back
  10. Silicon Messiah
  11. The Day I Fell To Earth
  12. Eagle Spirit
  13. Calling You Home
  14. Stare At The Sun
  15. Man On The Edge (Iron Maiden Cover)
  16. Futureal (Iron Maiden Cover)
  17. Como Estais Amigos (Iron Maiden Cover)
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