Culthe Fest 2019 21.04.2019 - Sputnikhalle/Triptychon, Münster

Culthe_Fest

Die dunklen Künste der Musik stehen beim Culthe Fest im Mittelpunkt, jedoch auch alternative Kunst. Das Publikum ist hierbei wesentlich offener, als man es von einem Extrem-Metalfest erwarten würde. Der Schatten Cthulhus überzieht das Osterwochenende, gesäumt von interessanten musikalischen Darbietungen.

Dieses Jahr geht das Festival gleich über zwei Tage. Doch die Tickets sind so schnell weg, dass ich leider nur noch für den Sonntag Einlass bekomme. Sei es drum. Auch von der Bühnenanzahl her hat man expandiert. So finden die Konzerte am Samstag sogar auf drei Bühnen, der Post Stage (Sputnikcafé), Art Stage (Triptychon) und der Black Stage (Sputnikhalle) statt. Heute am Sonntag beschränkt man sich auf die Black- und Art Stage, die ihren Namen übrigens daher hat, dass in einem Nebenraum des Triptychon´s eine Kunstausstellung aufgebaut ist.

Um 16:00 Uhr eröffnen die bereits am Vortag schon spielenden Spectrale mit ihrem zweiten Set den musikalischen Teil. Hierbei sei anzumerken, dass es sich nicht um Metal handelt. Vier Männer mit Akustikgitarren, einer Perkussion und verschiedenen Handtrommeln sowie einem Cello sitzen im Halbkreis auf der Bühne. In der Mitte brennen Kerzen. Schnell wird das Ganze zu einer Art Sit-in, da sich die meisten im Publikum, so auch der Verfasser dieser Zeilen, vor der  Bühne auf den Boden setzten. So kann man der Musik angemessen lauschen. Der Set ist rein instrumental, und es gibt, wie bei fast jeder Band des Tages, keine Interaktion mit dem Publikum. Das Triptychon ist für diese Art von Musik bestens geeignet, da es kleiner ist als z. B. das Café und so die Atmosphäre wesentlich intimer ist. Einziger Nachteil: Der Laden heizt sich unangenehm schnell auf.

Die zweite Band des Tages und die letzte auf der Art Stage schlägt in dieselbe Kerbe. Sangre De Muerdago gehen hierbei allerdings noch etwas ritueller zu Werke. Ein kleiner Altar steht in der Mitte der Bühne, auf dem ebenfalls Kerzen drapiert sind. Das Entzünden dieser wird sehr bedächtig und rituell vollzogen. Hier bedient man sich ebenfalls der Akustikgitarre sowie einer Violine, verschiedener Trommeln, einer Drehleier und einer Nyckelharpa. Auch ein Instrument in Kastenform mit Kurbel wird benutzt. Es scheint mit einer Lochkarte zu funktionieren. Es könnte sich dabei um eine kleine Drehorgel handeln, sicher bin ich mir aber nicht. Auch hier sitzt das Publikum, und es herrscht andächtige Stille. Einige Paare schmusen, was die Romantik der Musik aber auch gut zulässt. Die Texte sind auf Spanisch und obwohl ich kein Wort verstehe, hallen die Lyrics, so wie ich sie meine verstanden zu haben, noch lange im Kopf nach.

Es geht auf die Black Stage und damit gibt’s nun Gekloppe. Sun Worship sind eines dieser Zwei-Mann-Abrisskomandos, die zur Zeit ähnlich wie die Kapuzenträger aus dem Boden schießen. Das Schlagzeug ist gleichermaßen wie bei den Kollegen von Mantar seitlich auf der Bühne platziert, wodurch ich den Drummer, der hinter sehr hoch hängenden Becken sitzt, kaum erkennen kann. Es geht fast an mir vorbei, dass auch er wie sein klampfender Kollege Lyrics beisteuert. Obwohl nur zu zweit, machen sie Krach für fünf. Doch leider wird das Ganze nach hintenraus schnell etwas dröge. Trotzdem guter Gig.

Wer schon immer mal wissen wollte, was der Schauspieler Jürgen Vogel in seiner Freizeit macht… Er spielt bei den Death Metallern Vanum. Zumindest könnte man das denken, denn ihr Gitarrist und Brüllaffe vor dem Herren sieht jenem deutschen Schauspieler zum Verwechseln ähnlich. Der ansonsten recht schnelle Death Metal wird mit langsamen Melodiebögen aufgelockert, welche trotzdem nicht die Härte und Intensität der Musik verwässern. Nach gerade mal drei Songs tropft ihr Fronter wie ein Wasserfall. Verständlich denn auch in der Halle wird es langsam sehr warm.

Ultha haben leider bereits den Zeitplan etwas verschoben, da der Soundcheck gefühlt ewig dauert. Das gleichen sie aber damit wieder aus, dass sie wirklich glasklaren Sound haben und die Instrumente super differenzierbar sind. Die dezenten Keyboard-Klangteppiche sind gut zu hören, und auch ansonsten ist das hier ein Ulthageiler Set (Sorry, der musste sein). Zum Ende hin wird es etwas sperrig und eintönig, aber das sei verziehen. 50 Min Spielzeit reichen bei Ultha allerdings nur für vier Songs und das, obwohl sie noch nicht mal ihre wirklich langen Brecher spielen. Dann wir es Zeit, den großen Alten zu huldigen. Da ich selber gerade angefangen habe Lovecraft zu lesen (Die Dunkle Brüderschaft, falls es jemanden interessiert), habe ich mich auf den Auftritt von Sulphur Aeon am meisten gefreut. Und die liefern auch. Eine gute Stunde wird die “Gateway To The Antishpere” geöffnet und der “Devotion Of The Cosmic Chaos” gehuldigt. Überraschenderweise gibt es sogar so etwas wie Ansagen vor einigen Songs, aber ausgenommen davon bleibt man auch hier mystisch schweigsam. Der Gig wird eine halbe Stunde über Limit beendet, und damit endet auch das Culthe Fest in diesem Jahr. Fürs nächste Mal besorge ich mir dann auch schneller ein Ticket. Versprochen.

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