Darkened Nocturn Slaughtercult – Mardom VÖ: 12.04.2019, War Anthem Records, Black Metal

Darkened Nocturn Slaughtercult, Mardom

Leider sind Frauen im Metal viel zu rar gesehen. Doch wenn man an sogenannte „Female fronted“-Bands denkt, bleibt man beim Black Metal meistens beim Darkened Nocturn Slaughtercult hängen. Sängerin und Gitarristin Onielar schuf mit ihren verschiedenen Corpsepaints und Bühnenoutfits eine Kunstfigur, die heute nicht mehr wegzudenken ist. So tritt sie mal als ein nietenbehangener Zombie auf oder verwandelt sich mittels Nebel und langem weißen Kleid in eine täuschend echte Banshee. Dieses Jahr kommt sie mit ihren Bandkollegen nach sechs Jahren Zeitabstand zum Vorgängeralbum „Necrovision“ wieder, um mit „Mardom“ Unheil zu bringen.

Nach eigenen Aussagen soll das Werk wieder roh und brutal werden. So zieht man wieder Verbindungen zu den Bands der Neunzigerjahre, wie Gorgoroth oder Darkthrone. Für Synth-Klänge war der Kult noch nie zu haben, so wolle man wieder an „fast vergessenen Traditionen eisern festhalten“. Ob das gut ankommt? Denn das Albumintro ist wieder sehr kultisch gehalten, während der Eröffnungstrack „Mardom – Echo Zmory“ gleich aus allen Rohren pustet. Bitter böse, arg gemein verhext uns die Banshee wieder einmal in Oldschool-Black-Metal-Manier. Was dabei leider sehr schade wirkt, ist dass bei dem ganzen Geballer und Gepuste der Übergang zum zweiten Song komplett verloren geht, würde meine Anlage nicht nach einem Song für einen kurzen Moment unterbrechen.

Scheinbar ist es auch wohl Tradition, sich an immer denselben Akkorden zu bedienen. So bietet auch das Folgestück „T.O.W.D.A.T.H.A.B.T.E“ kaum Abwechslung. Der Keifgesang ist omnipräsent und leider kaum verständlich, als dass er wenigstens als Aufhänger dienen könnte. Nein, nach Titel Nummer fünf kommt langsam die Frage auf, ob man sich hier eigentlich nur gedacht hat, möglichst lange, möglichst böse zu klingen und wer dabei am grimmigsten gucken kann. Man hat hier zwar schon die Akkorde gewechselt, aber selbst mein zerrumpeltes Gehör fängt langsam an, weh zu tun.

Wir haben gerade mal die Hälfte der CD hinter uns, und darüber hinaus sind auch die anderen Tracks des Albums nicht sehr überzeugend. Natürlich sind Darkened Nocturn Slaughtercult für mich eine der Größen im Black Metal. Sie haben wirklich ein paar gute Sachen in ihrem Repertoire, aber ganz ehrlich: Dieses Album gehört nicht dazu. Manchmal sollte man vielleicht doch neue Wege gehen, anstelle immer an den „alten Sachen“ festzuhängen.

Homepage: http://www.slaughtercult.de

Tracklist:

01. Inception of Atemporal Transition
02. Mardom – Echo Zmory
03. A Sweven Most Devout
04. T.O.W.D.A.T.H.A.B.T.E
05. A Beseechment Twofold
06. Exaudi Domine
07. The Boundless Beast
08. Widma
09. Imperishable Soulless Gown
10. The Sphere

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