Haggefugg – Fass Zum Teufel 25.01.2019, Eigenproduktion, Folk Metal

Haggefugg-Fass-zum-Teufel

Ein  Spielmann kam hinauf zu Gott und brachte ihm das Dudelphon. Wer sich ein wenig mit Dudelsäcken und ihrer Beziehung zu Gott auskennt, weiß, dass dieser erste Satz des neuen Haggefugg-Albums nichts Gutes verheißt. Aber was zum Teufel soll das? – Nein, viel mehr „Fass zum Teufel“ soll das! Denn in ihrem zweiten Album nach dem starken Debüt von „Metgefühl“ ergründet das Mittelalter-Sextett die Dreiecksbeziehung zwischen Gott, Spielmann und dem Teufel. Dabei spielt Haggefuggs Lieblingsbeschäftigung eine ganz besondere Rolle: Das Saufen. Saufen? Saufen! Also worauf warten wir noch. Platte an und los.

Just beginnend mit einem gesprochenen Intro „Gott Und Der Spielmann“ wird eben jene oben genannte Dreiecksbeziehung erklärt. Eine schöne kleine Einleitung, die uns zu den wichtigen Dingen des Lebens führt: dem Saufen! „Katzenjammer“, so das erste Musikstück, strotzt nämlich nur vor Alkoholismus. Ein Song, der mit geschickten Wortspielen den Hörer direkt einfängt und ihn an das Album bindet. Man mag zwar denken, dass die Band schon alles vorweg nimmt, aber dazu möchte ich eins sagen: SO muss ein gutes Mittelalterrocklied klingen! Mit knackigem Refrain beweist die Combo hier schon, dass sie ganz oben mitspielen könnte.
Denke man nun an eine Menge Leute, viel Alkohol und große Hörner, die es zu füllen gilt, wäre „Sang, Weib und Wein“ der passende Soundtrack dazu. Der Refrain geht wieder gut ins Ohr und ist spätestens beim zweiten Hören direkt mit auf den Lippen. Also Hörner hoch!

Nun werden wir etwas ruhiger. Gut, das Lied jetzt nicht unbedingt, denn „Auf Den Ersten Blick“ ist nicht gerade ein ruhiges Lied, sondern geht schon ordentlich rockig zur Sache, jedoch ist die Message des Songs eher traurig. So verliebt sich der Protagonist in seine Traumfrau, doch musste er schnell merken, dass sie eine Prostituierte war. Ach ja, so eine Liebe ist wohl „Fluch Und Segen“. Ok, eigentlich nicht, aber eine bessere Überleitung fiel mir zum Folgetrack nicht ein. Neben den sonst sehr folkigen Nummern geht man hier eher einen düsteren, schleppenden Weg. Die Gitarren knarzen und der Nacken geht automatisch rauf und runter. Eine schöne Abwechslung, um die Geschichte von Gott und dem Spielmann in einer kurzen Zwischensequenz weiterzuspinnen.

Feurig, mit bekannter Melodie startet „Brennende Welt“ senkrecht durch die Decke und entfacht seine Flamme als einer der besten Songs des Albums. Wieder einmal zeigen Haggefugg ihr Talent, eingängige Refrains zu schreiben. Musikalisch ist der Titel zwar etwas ruhiger, dafür aber ordentlich drückend, hymnisch und melodisch so kraftvoll, dass er nur so vor Energie strotzt. Diese Energie sollte man nutzen. Am besten, wenn man gleich zu „Tandaradei“ ordentlich das Tanzbein schwingt und weiter im Anschluss einen „Tanz Mit Dem Teufel“ wagt. Auch dies sind zwei Tracks, die sich melodisch sehr abwechslungsreich zeigen und gern zum Singen einladen.

Nun holt man doch einmal die Akustikgitarre heraus und es wird beim „Kerbenschlag“ leicht melancholisch, wenn der Titel doch einen Hoffnungsschimmer in sich trägt. Ich find es ja immer wieder schön, eine Partyband auch mal von einer anderen Seite zu sehen,  bis man bei „Sternenjäger“ noch ein letztes Mal die Dudelsäcke voll aufpustet und uns schon direkt bei Beginn vor eine Mauer stellt. Ein grandioser, hymnischer Refrain rundet den Titel perfekt ab und beendet das Werk mit einem Paukenschlag. Da braucht man nicht mehr viel zu sagen, außer dass es noch ein kleines Outro zu der kleinen Geschichte zwischen Gott und Spielmann gibt.

Fass Zum Teufel – Das war’s schon? Die Platte kommt einen verdammt kurz vor, wenn man total auf Mittelalterrock steht. Ich glaube, Haggefugg sind der Senkrechtstarter der Mittelalterszene, denn ihre Songs reihen sich gut in die Lieder der Szenegrößen ein, bieten aber doch Eigenständigkeit. Man merkt anhand der Lieder, dass sie nicht klingen wollen wie XY, sondern hier wird bodenständiger, eigenständiger Mittelalterrock zelebriert. Wobei man bestimmt das ein oder andere Mal vor Met eher auf dem Boden lag – Ich hab da so ein Metgefühl.

Tracklist:

01. Gott Und Der Spielmann I – Das Dudelphon
02. Katzenjammer
03. Sang, Weib Und Wein
04. Auf Den Ersten Blick
05. Fluch Und Segen
06. Gott Und Der Spielmann II – Die Weltmusik
07. Der Spielmann Und Die Losung
08. Brennende Welt
09. Tandaradei
10. Tanz Mit Dem Teufel
11. Kerbenschlag
12. Sternenjäger
13. Gott Und Der Spielmann III – Das Höllentor

Homepage: https://www.haggefugg.de/

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.