Hammerfall – ReBuilt To Tour 2018 20.10.2018 - Hyde Park, Osnabrück

Hammerfall ReBuilt To Tour 2018 Osnabrück

Sieben Jahre nach ihrem letzten Gastspiel kehren Hammerfall wieder nach Osnabrück zurück. Die einzige Band mit der Lizenz zum kitschig sein füllt den Hyde Park mit einem sehr gemischten Publikum aus.

Zum einen hat man hier sehr viele Altmetaller, die den Schweden für den Erhalt des traditionellen Metals in den Neunzigern noch heute huldigen. Zum anderen aber auch ein sehr junges, meist durch Wacken geprägtes Publikum und sogar einen Anteil von Leuten, die normal keinen Metal zu hören scheinen.

Opener mit Potenzial

Die Brasilianer Amored Dawn eröffnen mit einer für einen Opener dieser Größe doch recht langen 40-Minuten-Show den Abend. Ich möchte mich hier nicht dem Tenor der großen Magazine anschließen, die der Band Talentlosigkeit unterstellen, denn Potenzial ist vorhanden. Die Musik an sich ist nicht mal schlecht. Jedoch baut das ganze musikalische Konzept auf Standards, die unter anderem von der Hauptband dieses Abends etabliert wurden und die man schon tausendmal von anderen Bands teils origineller gehört hat. Ein Totalausfall sind sie allerdings nicht. Naja, abgesehen vom Bart des Sängers. Wer einen grauen geflochtenen Bart trägt und sich die Haare schwarz färben lässt, zieht nur allein deshalb die Blicke auf sich, oder ist das von Natur aus so???

Pompöser Bühnenaufbau und viele Klassiker

Hammerfall haben nicht nur einen sehr pompösen Bühnenaufbau. Schon beim Intro steigen CO2-Säulen in die Luft. Als dann das Gitarrenintro von „Hectors Hymn“ erklingt, bin ich zunächst überrascht, dachte ich doch, dass man mit einem Stück des aktuellen Albums „Built To Last“ in den Set einsteigt. Und auch mit dem zweiten Stück wühlt man tief in der musikalischen Mottenkiste und gräbt „Riders Of The Storm“ aus. Die Saitenfraktion reißt hier, wie auch im gesamten Set, das komplette 1×1 des Posens runter. Auffällig ist hierbei die zwar schon bekannte, aber immer noch coole Klampfe von Gitarrist und Mainman Oscar Dronjak, die wie ein Kriegshammer gestaltet ist. Und auch mit dem dritten Song holt man sich einen gern gehörten Klassiker in die Setlist. Der ikonische Motorrad-Sound kündigt „Renegade“ an. Joacim Cans ist nicht nur bestens bei Stimme, er scheint auch den Stein der Weisen zu besitzen. Denn außer ein paar grauen Haaren im Bart scheint er optisch nicht zu altern. Ein kurzes balladeskes Intro gesungen von Joacim leitet dann „Bloodbound“ ein. Im Anschluss an „Last Man Standing“ bekommt Gitarrist Pontus Norgren schließlich auch Platz für ein von Joacim handgestopptes einminütiges Gitarrensolo, bevor er im darauf folgenden instrumentalen Medley von diversen „Lagecy Of Kings“ Songs seine Künste noch weiter demonstrieren darf. Zum Abschluss des offiziellen Teils wird dann noch die elementar wichtigste Frage gestellt: „What will you say? If i say let the Hammer… Fall.“ Die kurz drauf folgende Zugabe wird mit „Hammer High“ begonnen. Dass Oscar ein ziemlicher Videospiel-Nerd ist, ist jedem bekannt. Dass er aber auch Wrestling mag, zeigt er mit seinem Bullet Club Shirt. „Bushido“ und natürlich das seit Ionen von Jahren als Abschluss gesetzte „Hearts On Fire“ machen einen Strich unter die Sache. Überraschend, aber verschmerzbar ist nur das Fehlen der Überballade „Glory To The Brave“, die ansonsten in jedem Hammerfall-Gig ein fester Bestandteil ist.

Funfact: Die Setlist des Abends kann man auf der „Special Edition“ von „Built To Last“ nachhören. Die Bonus-CD enthält den Live-Auftritt vom Masters Of Rock 2015. Seitdem hat sich die Setlist nahezu nicht mehr verändert.

Während des Auftritts gibt Sänger Joacim Cans dann noch bekannt, dass nun endgültig alle Tickets weg sind und der Laden damit ausverkauft ist.

 

Setlist Hammerfall:

  1. Hector’s Hymn
  2. Riders On The Storm
  3. Renegade
  4. Dethrone And Defy
  5. Blood Bound
  6. Any Means Necessary
  7. B.Y.H.
  8. Crimson Thunder
  9. Threshold
  10. Built To Last
  11. Last Man Standing
  12. Legacy Of Kings Medley
  13. Heeding The Call
  14. Let The Hammer Fall

Zugabe:

  1. Hammer High
  2. Bushido
  3. Hearts On Fire
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Bericht: Inquisitor
Fotos: Erle

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