Mahakala – The Second Fall

Mahakala-The Second Fall

Release: 26.05.2017
Genre: Doom Metal, Heavy Metal
Label: Supreme Music Creations
Homepage: https://www.facebook.com/mahakalaband

Mahakala aus Griechenland bringen mit ihrem Zweitwerk „The Second Fall – A Tale Of Treason And Revenge“ ein Album in der Schnittmenge von Doom Metal, klassischem Metal und weiteren vielfältigen Einflüssen heraus, welches den Werken von Jon Milton, Dante Alighieri und Neil Gaiman gewidmet ist. Den Sänger Jim Kotsis könnte der ein oder andere Undergroundler bereits von seiner Band Black Soul Horde kennen. Mahakala gehen jedoch weniger direkt vor und sind zudem musikalisch äußerst vielfältig unterwegs.

Der erste Song „Army Of Flies“ beginnt mit einem ruhigen Intro bevor ein flottes Gitarrenriff loslegt. Bereits hier bemerkt man, dass es sich bei Mahakala eher um eine Power-Doom-Band handelt, welche durchaus zackig ans Werk gehen. Der Song ist recht klassisch aufgebaut und bietet um einen eingängigen Refrain viel Abwechslung. Der Sänger Jim Kotsis schafft dieses durch seinen variablen Gesang zwischen nasalem Ozzy-Vibe, rockigem Timbre und gelegentlichen härteren Ausbrüchen. Ich muss hier vor allem auch an Andy Alkmann von Hellfueled denken. Auch die Gitarrenarbeit und die Drums klingen alles andere als klinisch, schon fast proggig.

Im weiteren Verlauf des Albums geht es so variabel, aber jederzeit eingängig, weiter. Es ist schon erstaunlich, wie viel eigenen Charakter die Band den einzelnen Songs verleihen kann und doch immer wie aus einem Guss klingt. Die verschiedensten Puzzlestücke werden schon fast unheimlich gut miteinander verzahnt. „Redemption Denied“ spielt etwas mehr mit verschiedenen Tempi und härteren Vocals zur rechten Zeit, während „Purgatorium“ ein echter Brecher ist, der straight nach vorne prescht und trotzdem Abwechslung bietet.

„Better To Reign In Hell (Than Serve In Heaven)“ beginnt sehr episch atmosphärisch und steigert sich dann langsam immer mehr, um dann auf einmal auch wieder von harten Shouts unterbrochen zu werden und dann am Ende wieder auszuklingen. Eher einer der klassischeren Doom Songs auf dem Album. Bei „Darkness In Their Eyes“ werden dann plötzlich Geigen geboten, die wiederum hervorragend eingewoben werden. Solche Überraschungen sind es, die das Album zu keiner Minute langweilig werden lassen und eine wunderbare Atmosphäre aufbauen.

„Wrath Of Lucifer (Infidels)“ ist dann ein absoluter Hit, wobei auf dem Album einige Songs als Semi-Hits herhalten könnten. Rotting Christ’s Sakis Tolis darf hier Gast-Growls einbringen. Insgesamt ein echter Doom-Rocker, der sehr gut ins Ohr geht. Stark! „Unholy Fight“ hält das hohe Niveau der Scheibe problemlos, bevor „Blessed Are The Dead“ und „War Against Mankind“ einen fast schon unspektakulären Abschluss bieten. Dennoch sind auch diese gute Songs.

Ich habe selten eine Band gehört, die Doom Metal so frisch, eingängig und ja, rockig, rüberbringt. Das Ganze macht unheimlich viel Spaß zu hören, ist nie langatmig und trotzdem episch atmosphärisch mit einer gesunden Härte. Eine eher moderne Produktion sorgt dafür, dass das Ganze schön kräftig rüberkommt. Passt sehr gut zur Musik. Ich habe das Gefühl, dass die Band zu sehr zwischen den verschiedenen Stilen sitzt und von Puristen schnell übersehen wird. Das ist aber ganz klar ein Fehler. Jeder, der auf melodischen Metal der härteren Gangart steht, sollte hier definitiv reinhören und sich überzeugen lassen. Möglicherweise setzt sich dieses nämlich ganz überraschend in der Jahresbestenliste fest, so wie bei mir.

Tracklist
1. Army Of The Flies
2. Redemption Denied
3. Purgatorium
4. Better To Reign In Hell (Than Serve In Heaven)
5. Darkness In Their Eyes
6. Wrath Of Lucifer (Infidels)
7. Unholy Fight
8. Blessed Are The Dead
9. War Against Mankind

Über Jolly Roger 45 Artikel
I am the Great Cornholio!

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.