Pentarium – Schwarzmaler

Released: 09.09.2016
Genre: Dark Metal
Label: Boersma Records (Soulfood)

Homepage: www.pentarium.de

Bei der Genrebezeichnung „Dark Metal“ muss ich ja eigentlich fast immer unweigerlich an poppige Synthiemelodien, kitschige Pseudomelancholie und weichgespülte Produktionen denken. Dementsprechend verhalten habe ich mich auch an die neue Scheibe „Schwarzmaler“ von der Band Pentarium herangewagt.

Was mir dann allerdings im Opener „Am Waldesrand“ entgegenschallt, überrascht dann doch ein wenig. Knackige Gitarren, sphärische Keyboardklänge im Hintergrund und ein bös gebelltes „Fleh um dein Leben“ von Sänger Carsten Linhs eröffnen das Album etwas anders als erwartet. Hier fühlt man sich eher, wenn auch nicht in Reinform, an Metalcore oder skandinavischen Melodic Death Metal erinnert. Doch auch Freunde von Düsterhymnen der Marke Nachtblut werden auf „Schwarzmaler“ nicht enttäuscht. Als Anspieltipp sei hier vor allem „Auf Schwarzen Schwingen“ genannt.

In eine deutliche derbere Kerbe schlagen dann wieder Stücke wie „Drachenstein“, „Macht Durch Angst“ oder das sehr energetische „Nimmermehr“. Mit fetten Riffwänden und heftigen Doublebass-Attacken gespickt gehen die Songs gut nach vorne und dürften live für reichlich Bewegung im Pit sorgen. Auch das im Refrain etwas poppig anmutende „Schwarzmaler“ hat einen ordentlichen Groove. Und so mischen sich Pentarium auf „Schwarzmaler“ einen bunten Musikstilcocktail, der mal düster-melancholisch, mal hymnisch-episch und manchmal einfach nur böse klingt.

Leider haben die musikalischen Cocktailmixer von Pentarium aber vergessen, dem Ganzen ihren unverwechselbaren Geschmack zu verpassen. Das Album ist zwar voll von guten Ansätzen, klingt aber insgesamt doch zu beliebig. Die Stücke wirken auf lange Sicht zu langatmig und gleichförmig. Hauptgrund dafür sind wohl der wenig melodiöse Gesang, die immer gleichen Gitarrenarrangements und die überwiegend uninspirierten Synthie-Fill-Ins. Hier fehlt einfach etwas Markantes.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass „Schwarzmaler“ zwar kein schlechtes Album ist und sicherlich auch den einen oder anderen Lichtblick enthält. Fans von deutschsprachigem Melodic Black Metal, die auch einen Touch von Death Metal, Metalcore und Gothic vertragen können, mögen „Schwarzmaler“ vielleicht mehr abgewinnen können. Aus meiner Sicht lässt es aber das besondere Etwas vermissen.

Tracklist:

  1. Am Waldesrand
  2. Auf Schwarzen Schwingen
  3. Drachenstein
  4. Gevatter Tod
  5. Kronzeuge
  6. Macht Durch Angst
  7. Nimmermehr
  8. Schwarzmaler
  9. Seelenheil
  10. Totendämmerung
  11. Vanitas
  12. Weltenbrand
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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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