Rantanplan – Stay Rudel – Stay Rebel VÖ: 25.01.19, Drakkar Entertainment, Ska/Punk Rock

Rantanplan Stay - Rudel - Stay Rebel

„Skapunk geht eigentlich immer.“ Ein Satz, den ich fast jedes Mal auf den Zeltplätzen der Umsonst & Draussen-Festivals gehört habe. Die Band, die ich euch heute mitgebracht habe, hat da einen ganz besonderen Platz eingenommen, denn kaum eine Band wie Rantanplan macht mehr Spaß, wenn sie aus schrottigen Boxen zu schalem Bier gegrölt wird. Wahnsinn, dass die Hunde aus St. Pauli nun schon ihre zehnte Platte raushauen.

Unter dem eher sonderbaren Namen „Stay Rudel – Stay Rebel“ lassen die Hamburger die Hunde los. Eben jener Titel ist auch der Opener der Scheibe. Dazu lässt sich nur sagen: Das sind Lieder, die das Leben schreibt. Von guten und schlechten Tagen, von Liebe und den Leuten, die einen wieder auffangen. Da hätte ich mir gerne einen Anschluss gewünscht, klingt der Anfang von „Foodporn“ doch sehr düster und wirkt im Gesamtbild sehr kritisch. Der Kontrast zu den beiden Songs ist wie ein Schlag ins Gesicht.

Titel 3 der Scheibe lässt mich leider etwas kalt. Ich glaube, „Kain Richtung Heimat“ ist mit seinen Chören und Zwischenrufen eher einer der Titel, die live mehr funktionieren; auf der Platte klingt es eher etwas langweilig. Mit „Maschine“ wird es wieder gesellschaftskritisch. Der Refrain ist gut gewählt, der Song ist durchdacht und haut ordentlich rein. „An/Aus“ setzt da noch eine Schippe drauf. Man trennt sich hier zwar etwas mehr von den Ska-Elementen, dafür gibt es mit straightem Punk schön den Mittelfinger in die Fresse. Bis zu diesem Punkt – meiner Meinung nach – der Beste Titel der Scheibe.

Hingesetzt und mit dem Taxi nach Paris – nein, Rantanplan nehmen den „Nachtzug nach Paris“. Ein schöner sanfter Track, der zwischendurch für gute Laune sorgt. Mit so einer Musik lässt sich die Leichtigkeit des Seins genießen und dazu kann man auch wohl mal das Tanzbein schwingen. Mit dem „Partytrick“ wechselt man geschickt wieder zu den wichtigen Themen des Lebens: dem Alkohol. Gute Laune garantiert der Titel auf jeden Fall. Und gute Laune darf gern bleiben. Leicht Reggae-angehaucht und leicht schwebend trägt der Rhythmus einen mit. Die Sprache ist vom Folgestück „Rudegirl From Outta Space“ und zeigt die Band von einer anderen Seite

Nach so viel Leichtigkeit und Sanftmut darf es textlich mal wieder etwas kritischer werden. „Kill Den Spiegel“ ist dabei aber nicht schwermütig, sondern gibt einen feierbaren Refrain her – Ein mehr als genialer Skapunk-Titel. Da ist es schon fast traurig, dass „The Rudel“ das letzte Lied des Albums ist. Hier wird es mit akustischer Gitarre zum Abschluss leicht melancholisch. Ein genialer Auszug aus dem Album.

Vielleicht habe ich selbst die Band etwas unterschätzt, kannte ich sie halt doch nur von Zeltplatzfeten. Was ich aber jetzt weiß, ist, dass  Rantanplan für guten Skapunk stehen und wer auf die Musik Bock hat, für den ist das Album Pflicht. Allen anderen sei gesagt: Die Hunde sind los!

Homepage: www.rantanplan-sucks.de

Tracklist:

  1. Stay Rudel – Stay Rebel
  2. Foodporn
  3. Kain Richtung Heimat
  4. Maschine
  5. An/Aus
  6. Nachtzug Nach Paris
  7. Partytrick
  8. Rudegirl From Outta Space
  9. Kill Den Spiegel
  10. The Rudel

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