Solstice – White Horse Hill VÖ: 06.04.2018, Invictus Productions/Iron Bonehead Productions, Doom Metal

Solstice - White Horse Hill

Drei Alben in 28 Jahren Bandgeschichte lassen nicht gerade auf Fleiß schließen. Dazu gesellen sich aber noch einige Demos, EPs, Splits und Compilations und ein gewaltiger Legendenstatus. Zwischenzeitlich hatte man aber schon den Eindruck, dass die Briten Primordial und Atlantean Kodex kampflos das Epic Metal-Feld überlassen wollen, aber Solstice sind zurück und beweisen, dass Qualität immer noch wichtiger ist als Quantität.

Neben dem Intro „III“ und dem Zwischenspiel „Beheld, A Man Of Straw“ hat es in den 20 Jahren seit „New Dark Age“ für fünf neue Songs gereicht. Die haben es allerdings gewaltig in sich. Konnte man den Vorgänger nicht nur als Genre-Meilenstein bezeichnen, sondern auch als eines der besten Metal-Alben seit Ende der 80er Jahre, so steht „White Horse Hill“ dem überhaupt nichts nach. Und auch wenn „To Sol A Thane“ und das Titelstück schon vor zwei Jahren in frühen Demoversionen veröffentlicht wurden, bekommt man hier etwa 46 Minuten lang nur das Beste, was Solstice zu bieten haben.

Nach dem atmosphärischen Intro „III“ bietet „To Sol A Thane“ alles, was sich der Fan wünschen kann, dicke Riffs, große Melodien und epischen Gesang verpackt in klaren, aber rohen Sound. Leider liegt zum Rezensieren wohl eine fehlerhafte Datei vor, sodass nach den viel zu schnell vergangen 7:52 Minuten ein Coitus Interuptus folgt. Dafür folgt der „Beheld A Man Of Straw“, was den Titeltrack, der ebenfalls alle Trademarks von Solstice beinhaltet, einleitet. Dieser wird trotz fast neun Minuten Spielzeit zu keiner Sekunde langweilig. Das folkige „For All Days, And For None“ begeistert mit zurückhaltendem Drumming und unverzerrter E-Gitarre sowie traumhaften Melodien. Der gänzlich unmetallische Song ist tatsächlich eines der Highlights auf „White Horse Hill“. Mit „Under Waves Lie Our Dead“ und „Gallow Fen“ folgen noch zwei typische Solstice-Epen, die das hohe Niveau locker halten.

Textlich beschäftigt man sich mit altenglischen Mythen, wie dem namensgebenden Uffington White Horse (Das Ding macht in Google Maps schon eine beeindruckende Figur!) ohne dabei in Kitsch oder Pagan-Peinlichkeiten abzudriften. In Europa erscheint „White Horse Hill“ über Invictus Productions auf Tape und CD, das Vinyl liefern Iron Bonehead Productions. Sofort zugreifen, das hier ist eines der besten Alben des Jahres!

Übrigens wurde für 2019 schon das nächste Album „The Plough & The Forge“ angekündigt.

Solstice auf Bandcamp: https://solstice-englander.bandcamp.com/

Tracklist:

  1. III
  2. To Sol A Thane
  3. Beheld, A Man Of Straw
  4. White Horse Hill
  5. For All Days, And For None
  6. Under Waves Lie Our Dead
  7. Gallow Fen

https://solstice-englander.bandcamp.com/album/white-horse-hill-3

Über Padre 62 Artikel
I use my anger as a tool, I feel the pain, I ain't no fool, I will not stack my rage upon the shelf, I'll always keep my negative self!

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