Gorgoroth – Blood Stains Europe – 25th Anniversary Tour Part 2 14.11.17, Bastard Club, Osnabrück

Kaum eine andere norwegische Band hat so polarisiert wie Gorgoroth, legten sie doch bereits mit ihrem Debüt „Pentagram“ im Jahr 1994 einen Meilenstein für die norwegische Black Metal Szene. Doch gerieten die Norweger weiterhin ständig in Kritik und das nicht nur für ihre kontroverse Show in Krakau 2004. Und trotz einem Zwist innerhalb der Band, hielt Gitarrist Infernus, nach der Lösung der Band von Sänger Ghaal und Bassist King, die restliche Band zusammen, formierte sich neu und gab Gorgoroth ein neues Gesicht.

Unter dem Namen „Blood Stains Europe – Gorgoroth 25th Anniversary Tour Part 2” hielt das norwegische Flakschiff von Gorgoroth auch im Osnabrücker Bastard Club. Mit zwei weiteren Bands tauchten sie die Friedensstadt in tiefes schwarz. Doch von Beginn an: Gegen kurz nach sieben öffneten sich die Pforten des Bastard Clubs und die ersten Fans der düsteren Klänge fanden sich ein. Hatte man zwar zunächst das Gefühl, das Konzert würde schlecht besucht werden, so wurde man bald eines besseren belehrt. Nach und nach kamen dann doch immer mehr Leute und füllten die Location. Nach ein paar Bier betraten dann um kurz vor acht die Griechen Amken die Bühne. Die Menge hielt sich zu Beginn noch sehr bedeckt, so hatte man einen großen Freiraum vor der Bühne. Dieser wurde lediglich von ein paar Fotografen oder Filmern genutzt, bis sich ein paar Leute dazu durchrangen, sich den Weg vor die Stage zu bahnen. Spätestens ab dem dritten Song war es dann vor der Bühne gut voll und es wurde fleißig zum düster angehauchten Thrash Metal die Nackenmuskulatur trainiert, und der Menge wurde gut eingeheizt.

Kaum waren Amken von der Bühne verschwunden, konnte man schon an den Roadies erkennen, dass es etwas düsterer werden sollte. Nach einer wirklich kurzen Umbauphase traten Gehenna auf den Plan. Schon allein von Sänger Sanrabb ging eine düstere Aura aus, die sich auch eindeutig in den Texten der Norweger wiederspiegelte. Musikalisch hauten sie hingegen hart aufs Fressbrett. Geschwungene, aber dennoch harte Riffs und Gewitterstürme aus Blastbeats rollten wie Panzer auf die Menge zu. Eine grandioser Auftritt, der sich hier bot, wenn auch die Bühnenperformance nicht sehr bemerkenswert war. Aber sie konnten ihr Niveau bis zum letzten Atemzug halten und noch weitere Leute motivieren.

Beendeten Gehenna ihren Auftritt, folgte eine weitere Umbaupause. Diese dauerte etwas länger, so dass der Headliner Gorgoroth erst gegen viertel nach zehn  die Bühne des Bastard Clubs betrat. Die Meute war komplett aus dem Häuschen, als die Truppe um Infernus den Club zerlegen wollte. Natürlich ließen sie sich nicht lumpen, was ihre Songauswahl anging, wobei mir dennoch ein paar der etwas älteren Stücke in der Setlist gefehlt haben. Zudem wirkte der Auftritt für mich etwas plump, da die Lieder einfach pausenlos hintereinander weggeballert wurden. Das mag aber wohl an der begrenzten Zeit gelegen haben. Soundtechnisch war der ganze Auftritt genial, dennoch fehlte mir ein gewisses Etwas an ihrem Auftritt. Und nach nicht mal einer Stunde verließen die Norweger die Bühne schon wieder.

Alles im Allen hat der Abend wirklich Spaß gemacht. Es war aber sehr schade, dass die Spielzeit von Gorgoroth sehr begrenzt war, während die der Vorbands doch vergleichsweise lang waren. Zudem sprang einfach der Funke manchmal einfach nicht über.

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