Bloodvale – Lobotomy VÖ: 15.07.2020, Eigenproduktion, Thrash Metal

CD-Cover Bloodvale, Lobotomy

Der Thrash Metal lebt. Das beweisen auch Bloodvale mit ihrem Debütalbum “Lobotomy”, welches im Juli dieses Jahres das Licht der Welt erblickte. In rund 47 Minuten knallt uns die Band aus Bünde um den Powergame-Gitarristen Marc-Philipp Längert acht fetzige Thrash-Nummern um die Ohren. Dabei bewegen sich die Songs sowohl künstlerisch wie auch produktionstechnisch auf einem sehr hohen Niveau. Produziert wurde das Album von ex-Weckörhead Drummer Jörg Uken in seinen Soundloge Studios.

Die musikalischen Paten sind bei “Lobotomy” schnell ausgemacht. Ganz vorne sind da Metallica zu nennen. Schon der erste Song “Force Of Will” mit seinem ruhigen Gitarren- und Hi-Hat-Beginn lässt an die Bay Area denken. Bei “Masquerade” legen die Jungs dann aber noch mal eine ordentliche Schüppe drauf. Mit dem Wechselspiel zwischen thrashigen Shouts und bösen Growls geht der Song insgesamt gut nach vorne und weist Parallelen zu Bands wie Exodus oder Sacred Reich auf.

Doch “Lobotomy” hat weit mehr zu bieten als stumpfes Highspeed-Gefrickel. “Awake But Asleep” kann beispielsweise mit einem recht melodiösen Gesang im Refrain und doppelläufigen Gitarren aufwarten. Hierdurch bekommt der Song eine leichte Melo-Death-Note, die dem Stück aber gut zu Gesicht steht.

“The Christ That Failed” ist mit 4:34 Minuten der kürzeste Song auf “Lobotomy” und für mich gleichzeitig auch der am schwierigsten nachvollziehbare. Der Song ist zwar abwechslungsreich, groovy und sehr treibend, irgendwie aber für mich nicht so recht greifbar. Wesentlich griffiger ist da schon “Inhumankind”, welches vor allem mit seinen coolen Riffs und den Apocalyptic-Thrash-Rhythmen eine der düstersten Nummern des Albums darstellt.

Auch der Titeltrack “Lobotomy” kann auf ganzer Linie überzeugen. Großartiges Songwriting mit einem Spannungsbogen, der die gesamten 8 Minuten des Tracks eindrucksvoll überspannt. Nach einem typischen Thrash-Gewitter am Anfang wird der Song mit treibenden Rhythmen, Tempowechseln und melodisch ausgesetzten Akkorden so weiterentwickelt, dass er im Laufe der Zeit immer mehr an Tiefe gewinnt.

Mit wummerndem Bass und knallharten Gitarrenriffs kommt dann “”Who’s Your God” daher. Das Tempo wird ordentlich nach unten geschraubt und erinnert mit seinem stampfenden Rhythmus und den bösen Growls eher an Death Metal als an Thrash Metal. Ist das schlimm? Ganz und gar nicht. Denn auch damit lässt sich die Nackenmuskulatur ganz hervorragend trainieren.

Mit “Obey The Nightmare” schließt sich dann der Kreis auf “Lobotomy”. Der ruhige, melodiöse Beginn wird abgelöst von einem stampfenden Riffing, welches mich wieder an Metallica denken lässt. Wie schon beim vorherigen Stück, werden hier keine Geschwindigkeitsrekorde mehr aufgestellt. Dennoch ist der Song ein solider Thrasher, der auch ein wenig an Slayer erinnert.

Und damit ist “Lobotomy” auch schon wieder zu Ende. Doch irgendwie möchte man direkt wieder auf Play drücken, um das Album noch einmal zu hören. Genauso, wie es Steve Urkel im Outro sagt. Dieses Outro ist als Hidden Track auf der CD zu finden und beinhaltet, wie schon gesagt, die Stimme von Steve Urkel, die noch einmal sagt, wie toll das Album ist und dass man es gefälligst nicht illegal kopieren solle. Recht hat der gute Steve.

Aber zuschlagen solltet ihr bei “Lobotomy” auf jeden Fall. Die acht Stücke gehen allesamt sehr gut ins Ohr und machen ordentlich Laune. Mit einer Mischung aus Bay Area Thrash, Death Metal und einer Spur Melodie erschaffen Bloodvale ein kurzweiliges Album, welches für Fans von Metallica, Slayer, Exodus und Co. absolut zu empfehlen ist.

Tracklist:

  1. Force Of Will
  2. Masquerade
  3. Awake But Asleep
  4. The Christ That Failed
  5. Inhumankind
  6. Lobotomy
  7. Who’s Your God
  8. Obey The Nightmare
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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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