Heavy Stage Night 2018 14.04.2018, JZ Westwerk, Osnabrück

Heavy Stage Night

Am Samstag, den 14.04.2018, 17:00 Uhr, war es soweit. Die erste Heavy Stage Night der Online-Plattform „Heavy Stage Force“ öffnete ihre Pforten. Das Wetter spielte mit, es war weder zu heiß noch zu kalt. Und so kamen rund 160 Besucher ins Westwerk, um mit Gleichgesinnten die fünf regionalen und überregionalen Bands abzufeiern. Dabei wurde Wert auf eine sich gut zusammenfügende Bandbreite verschiedenster Metal-Stile gelegt.

Die Rahmenbedingungen sind schnell abgesteckt. Mit Savage Blood, Torian, Vyre, Intöxicated und Islay wurde für jeden Geschmack etwas geboten. Der generalüberholte Konzertraum des Westwerks erstrahlte mit neuer Licht- und Tontechnik, sowie neuen Sitzgelegenheiten an den Raumseiten. Der Außenbereich mit genügend Sitzmöglichkeiten wurde von vielen genutzt, denn er lud bei lauschigem Wetter zum Verweilen ein. Bratwurst, Steak und Sojaschnitzel vom Grill rundeten das Ganze ab. Somit stand einem gelungenen Abend nichts mehr im Wege.

Mit etwas Verspätung aufgrund von leichten Technikproblemen rüttelte Islay das Publikum gleich wach. Die Emsländer (größtenteils) ließen ihren brachialen, aber immer nachvollziehbaren Death Metal auf eine sehr stattliche Meute los, die sich zu der frühen Zeit bereits eingefunden hatte. Leider streikte bei den Jungs der Laptop, sodass die Band ohne ihre geliebten Samples auskommen musste. Doch sie machten das Beste draus, kürzten das Set ein wenig und spielten ohne Samples. Das hatte aber auf die Intensität des Auftritts herzlich wenig Einfluss. Es machte Spaß dem Auftritt zuzusehen und zu lauschen, auch wenn dem überwiegenden Teil der Besucher die Vertrautheit mit dem Material fehlte. Für die Hardcore-Fans gab es noch „Eat Meat“, der Quasi-Vorgängerband The Splatter And Gore Department, auf die Ohren. Nach 45 Minuten war das vorzügliche Aufwärmprogramm, das Islay boten, wieder vorbei.

Teile der Osnabrücker Szene ersehnten bereits das Comeback der Speedster von Intöxicated herbei. Dieses verlief dann dank einiger Die-Hard-Fans auch mehr als gut. Die Band spielte einen enthusiastischen Gig und hatte einfach Spaß in den Backen! Dieses übertrug sich dann durchaus auf die Menge, die spätestens jetzt wachgerüttelt war und die Jungs abfeierte, und das trotz überwiegend neuem Songmaterials. Zu Erwähnen sei noch, dass nicht nur Sänger Mariano eine deutliche Weiterentwicklung für die Band darstellt, sondern auch die Band selbst sich extrem verbessert und mächtig „Tight“ präsentierte.

Als dritte Band des Abends waren dann die Bielefelder Black Metaller von Vyre am Start. Wobei eine richtige Beschreibung wäre vielleicht eher SciFi-Ambient-Black Metal. Die Band spielt einfach keinen reinen Black Metal und das bewiesen sie an diesem Abend auch. Dabei konnten sie einige Skeptiker von sich überzeugen. Die Band präsentierte sich zu siebt(!) auf der Bühne in einheitlichem Raumanzugs-Outfit und kreierte nach dem Party-Gewitter von Intöxicated eine komplett andere Atmosphäre. Pulsierend waberte der Sound durch den Raum – und wenn man sich auf diesen Einließ konnte man eine Menge Spaß dabei haben. Der ein oder andere wandte sich aber auch mit befremdeten Blicken ab. Vyre sind definitv eine polarisierende Band.

Gegen 20:30 Uhr betraten dann Torian, die Power Metaller aus Paderborn, die Bühne. Dass in Paderborn doch Fußball gespielt werden kann, wissen wir seit diesem Abend. Und Torian taten es den Balltretern gleich und feuerten aus allen Rohren. Die Rohre waren heute gefüllt mit allerlei neuen Songs des dieses Jahr erscheinenden Albums „God Of Storms“. Songs wie, das nach Running Wild in besten Zeiten erinnernde, „Blackened Souls“ oder „Old Friend Failure“ machten unmissverständlich klar, dass die Band weiterhin massig Ideen hat und ihre Songs mit der richtigen Mischung aus großartigen Melodien und der gesunden Portion Härte würzt. Torian spielten jedoch auch genügend Klassiker (z.B. die Bandhymne „Torian“ oder „Dragonfire“), bei denen das Publikum richtig aus sich herauskam und die sympathisch-natürlich agierende Band Old-School-mäßig (ohne Circle Pits und solchem neumodernen Kram) abfeierte. Ein toller Auftritt, bei dem leider aufgrund zeitlicher Verzögerung im Vorfeld auf die Zugabe verzichtet werden musste.

Nun war man gespannt, wie und ob Savage Blood ihre Headliner-Position ausfüllen konnten. Und wie sie das konnten! Dass die letzte EP „Savage Blood“ (Review) durchweg gute Songs enthält, dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Diese wurde dann auch komplett im Laufe des Sets gespielt. Dazu kamen fünf Enola Gay-Nummern wie „Sick Society“, „Browsing“ oder „Rapacious Attack“ und einige neue Songs, z.B. das mächtig drückende „We Sweat Blood“, die qualitativ nicht abfallen. Das hohe Niveau der Band, was Songwriting ohne Schnörkel angeht, ist schon ein wenig erstaunlich. Und genau das lieferten sie ebenfalls auf der Bühne ab. Sänger Peter Diersmann hat eine so unglaubliche Bühnenpräsenz, dass man ihm gleich den Titel des Osnabrücker Metal Gods verleihen möchte. Auch die Gitarreros Jörg Steinhake und Nico Luttenberg sowie Drummer Marc Könnecke und Bass-Monster Markus Weckermann (Solo noch mit dem Motörhead-Tribute Weckörhead aktiv) packten eine mächtige Soundwand aus. Das Publikum war sehr angetan und ging absolut steil. So geht Metal! Ein klarer Triumphzug, der es zwingend verdient hat honoriert und in die Republik getragen zu werden.

Gegen 24:00 Uhr war die erste Heavy Stage Night dann vorbei. Alle Bands hatten richtig Bock zu spielen und somit geriet jeder Gig auf seine ganz eigene Weise zu einem Erlebnis. Die zahlreichen Besucher machten den Abend zu einem tollen Auftakt dieses kleinen Festivals und trugen durch die entspannte Feieratmosphäre zum Gelingen bei. Der Abend machte ganz klar deutlich, dass das Westwerk eine tolle Konzertlocation ist, die man nicht außer Acht lassen sollte. Und für die Macher der Heavy Stage Night stand schon am gleichen Abend fest, dass es im nächsten Jahr eine Neuauflage geben wird.

Jolly Roger / Erle / Padre

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