Konzertbericht Weckörhead – „Tribute to Lemmy“ 05.01.2019 - Rosenhof, Osnabrück

Weckörhead

Motörhead auf deutsch, funktioniert das? Aber ja! Weckörhead beweisen das mit ihrem „Tribute to Lemmy“ wunderbar. Stellt den Whisky-Cola kalt, denn sie spielen Rock `n` Roll.

An diesem Samstag füllt sich der Rosenhof auch überraschend schnell. Wobei das eigentlich gar nicht so überraschend ist, wenn man sieht, wieviele Väter ihren Söhnen die Musik von Motörhead näherbringen wollen. Auch wenn es sich hierbei natürlich nur um eine Art Coverband handelt. Trotz einiger Väter mit Söhnen ist der Altersdurchschnitt jenseits der 40, was man ja aber von solchen Konzerten schon gewohnt ist.

Ein Abend mit Freunden

Um 21:00 Uhr geht dann das musikalische Programm los. Es gibt keine Vorband, sodass man die Show auch unter „An Evening With …“ hätte laufen lassen können. Das Bühnenbild ist wie beim Original eher schlicht. Marshall-Verstärkertürme rechts und links, zwei Backdrops mit der Weckörhead-Version von Snaggletooth (Motörhead-Maskottchen) und einem leuchtenden Schriftzug mit Farbwechsler. Außerdem hat Drummer Jörg Uken seine beiden Bassdrums, von denen eine nur für die Optik ist und nicht bespielt wird, mit seinen Namen im Stile einer bekannten Whisky-Marke, die seltsamerweise nie einen Werbevertrag mit Lemmy eingegangen ist, lackieren lassen. Unbedingt erwähnt werden muss auch, dass man in der „1916“-Besetzung, also mit zwei Gitarristen spielt. Nach einem etwas seltsamen Intro eröffnet man den Set mit „Eisenfaust“ (Ironfist), „Bleib Klar“ (Stay Clear) und „Nach Rio“ („Going to Brazil“). Beim Stück „D-Das Pik Ass“ („Ace Of Spades“) kommt dann auch der erste Gastbeitrag vom Die Angefahrenen Schulkinder-Frontmann Heaven, der ein paar Mal den Refrain ins Mirko grölt. Ist zwar ganz witzig, aber auch etwas unnötig, da er nach dem Song die Bühne wieder verlässt und auch nicht mehr zurückkommen wird.

Und wie läuft’s zu Hause?

Das Stück „In Osnabrück“ ist dann die einzige Eigenkomposition des Abends. Hierin wird die musikalische Entwicklung von Frontmann Wecker in Verbindung mit Osnabrück thematisiert. „Nur Für Dich“ widmet er dann seiner Frau, die laut seiner Aussage zu Hause wohl eine Menge ertragen muss. Bei den beiden Songs „Berühr Mich Nicht“ („Please Don`t Touch“ – Motörhead feat. Girlschool) und „Kein Stil“ („No Class“) kommt dann eine weitere Gastsängerin auf die Bühne. Die gute Dame heißt Julia. Nach „Friss Die Reichen“ („Eat The Rich“) darf dann Drummer Jörg „Animal“ Uken in einem Drumsolo mit seinem Können angeben. Leider ist das Solo zu kurz, um mal eben schnell auf Klo zu gehen oder Bier zu holen. Stattdessen steigt Weckörhead mit „Overkill“ und anschließend „Orgasmatron“ sofort wieder voll ein und hat damit die beiden einzigen Lieder, die ich hier nicht ins englische Original übersetzen muss, im regulären Set. Dafür schnappt sich übrigens der Sohn des namensgebenden Frontmannes die Klampfe.

Das Beste kommt zum Schluss

Der nächste Gastauftritt lässt auch nicht lange auf sich warten. Bei „Luise Luise“ („Louie Louie“ im Original von The Kingsmen aus dem Jahre 1963, aber von Motörhead auf der Deluxe Edition vom 1979er „Overkill“-Album gecovert) betritt das „Bernsteinzimmer Der Guten Musik“, Christian Steiffen, mit Lemmy Gedächtnishut die Bühne. Nachdem man mit „Am Tod Krepiert“ („Killed By Death“) nun den 22. (!!!) und damit letzten Song des regulären Sets gespielt hat, gibt es nur eine kleine Pause ehe man mit „Gott Rasiert Die Königin“ („God Save The Queen“ – von den Sexpistols, gecovert auf dem eher durchschnittlichen „We Are Motörhead“-Album) den Zugabenblock beginnt. Hierfür kommt nun ein weiteres Mal Wecker Junior mit einem Gastbeitrag auf die Bühne, diesmal an den Drums. Der eigentliche Schlagzeuger Jörg Uken übernimmt dafür die dritte Gitarre. Der Titel ist hier natürlich auch eine Anspielung an „God S(h)ave The Queen“. Mit „R.A.M.O.N.E.S.“ (das brauche ich nicht wohl zu übersetzen) und „Der Bomber“ (erklärt sich wohl von selbst) wird eine 2-Stunden-Show, deren Setlist zwei aneinander geklebte DIN-A4-Seiten füllt, beendet.

Fazit: Kannste so machen. Frohes Neues!

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