Ostbunker Hauskonzert 12.01.2019 - Ostbunker, Osnabrück

Alle Jahre wieder lädt das Jugendzentrum Ostbunker zur gepflegten Bunker-Party ein. Beim Hauskonzert spielen die Bands auf, die eben in jenem Weltkriegsbollwerk ihren Proberaum haben.

Zunächst beginnt der Abend aber mit einer Ausgabe von Pleiten, Pech und Pannen. Denn eigentlich sollte schon um 19:00 Uhr Einlass sein. Als ich aber gegen 19:22 Uhr aufschlage, sind die Schotten noch dicht. Der Grund dafür liegt an der PA-Anlage, die kurzfristig ihren Dienst quittiert hat. Das Problem kann aber durch ein wenig Improvisation in den Griff bekommen werden. Man legt einfach ein dickes Kabel vom Konzertraum im ersten Stock durchs ganze Treppenhaus bis ins Erdgeschoss. DIY und so.

Mit Verspätung starten dann A Little Way To Walk in ihren Set. Die Band ist mit ihrem Hardrock der softeste Act des Abends und hat nicht nur deswegen den Exotenbonus inne. Auch die Tatsache, dass man auf einen Gitaristen verzichtet, ist außergewöhnlich. Der Bassist übernimmt diesen Posten. Wie auch immer er es schafft, mit seinem Bass solche Riffs zu spielen. Ich erwische mich bei dem Versuch, den Gitarristen auf dem durch einen Pfeiler verdeckten Teil der Bühne zu suchen. Als optischer Effekt spielt ihr sehr jung aussehender Schlagzeuger eines der Stücke mit einem blau leuchtenden LED-Stick. Abzüge gibt es aber beim Gesang, der leider reichlich schief ist, und auch die Ausstrahlung ihrer Frontdame ist noch zu zurückhaltend.

Guernica spielen instrumentalen Sludge mit Doom gepaart. Das läuft gut rein und trifft meinen Geschmack dann schon eher. Sie sind an diesem Abend auch die einzige Band ohne weibliche Besetzung. Pluspunkte gibt es, mal abgesehen von der guten Mucke, auch für das coole Shirt des Schlagzeugers. Eine Parodie auf NIKE, bei der man den Markennamen durch das Wörtchen Doom ersetzt hat. Just Doom it.

Bearus zocken einen Mix aus Doom und Black Metal. Ihre Bassistin kann ich aufgrund des vorhin erwähnten Pfeilers nicht sehen, aber hören, denn sie übernimmt die Backingvocals. Einen Frontmann braucht man nicht, denn ihr Schlagzeuger ist ein Triathlet in den Disziplinen Keifen, Trommeln, Bangen. Die Musik klingt für mich schon etwas außergewöhnlicher, macht sie aber auch umso spannender.

Im Anschluss verausgabt sich der gute Wulle mit seiner Band Forsaken Tomb. Und das meine ich auch wirklich, denn nach der Hälfte des Sets keucht er ins Mikro, warum man denn nur so schnelle Songs im Set hat. Der speedige Thrash Metal, der durch seinen Keifgesang eine leichte Punk-Schlagseite bekommt, ist aber auch gut am galoppieren. Nach ihrem Set sieht Wulle aus wie ich nach 45 min. Kardiotraining.

Headliner sind heute Misery Vortex. Ihre Musik ist deutlich im Grindcore verankert, allerdings etwas variantenreicher und nicht ganz so stumpf. Zwei bekannte Gesichter sind hier auch wieder zu sehen: Die Bassistin von Bearus, die im Verlauf des Sets auch an die Klampfe wechselt, und ihr keifender Schlagzeuger, der hier aber nur an der Schießbude trommelt. Auch hier gibt’s nichts zu beanstanden. Solider Gig, gerne wieder.

Fazit: Trotz technischer Probleme zu Beginn hat man das Ganze gut über die Bühne gebracht und bei 5 € Eintritt für 5 Bands und schlanken 1,50 € für die Flasche Bier kannste echt nicht meckern, was wohl auch den guten Zuschauerandrang erklärt trotz des schlechten Wetters.

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