Lich King – Born Of The Bomb

Lich King - Born Of The Bomb
Lich King - Born Of The Bomb

Released: 2012

Genre: Thrash Metal

Label: Eigenproduktion

Wer ist eigentlich von der Thrash-Explosion zum Ende des letzten Jahrzents noch übrig geblieben? Fueled By Fire? Die Köpfe der Band spielen mit Skeletal Remains lieber (richtig guten) Old School Death Metal, Warbringer veröffentlichten 2013 ein zerfahrenes Album, kurz darauf stieg die komplette Band mit Ausnahme von Sänger John Kevill aus, Gama Bomb und Bonded By Blood spielen nur noch vereinzelt Shows und Havok verlieren sich im Midtempo. Warum ich für mein Lieblings-Genre trotzdem nicht schwarz sehe?

Das liegt an den selbsternannten „East Coast Bay Area“-Thrasher Lich King. Als Soloprojekt von Sänger Tom Martin gestartet wurden mit „Necromantic Maelstrom“ (2007) und „Toxic Zombie Onslaught“ (2008) zwei an sich eher unspektakuläre Alben veröffentlicht, wäre da nicht der ganz spezielle Humor von Martin (und seinen späteren Mitstreitern). Mit dem Song „Black Metal Sucks“ erregte man 2008, in Zeiten an den an Shitstorms noch nicht zu denken war und Social Media noch in den Kinderschuhen steckte (zumindest waren damals Chefs, Eltern und Großeltern noch nicht auf Facebook…), jede Menge aufsehen was der Band selbstverständlich einen ordentlichen Popularitätsschub gab, welche durch regelmäßige Podcasts und Online-Aktionen nur noch befeuert wurde. So ist es wenig erstaunlich, dass die Band mit vier in Eigenregie veröffentlichten Alben auf über 68.000 Fans bei Facebook kommt.

Mit diesem PR-Rückenwind wurde 2010 das Album „World Gone Dead“ veröffentlicht und fleißig die USA betourt. 2012 erschien das bisher beste Werk „World Gone Dead“. Geboten wird eine Mischung aus US-Thrash der West- und Ostküste, überwiegend old school, aber so manches Riff, insbesondere in „We Came To Conquer“, „Agnosticism“ und „Lich King IV (Born Of The Bomb) hätte auch durchaus auf einem der Exodus-Alben mit Rob Dukes am Mikro erklingen können. Dazu gesellen sich immer wieder Mosh-Riffs, die Anthrax schon lange nicht mehr drauf haben und aggressive Vocals bei denen Steve Souza sich vor Angst in die Hose pisst! Zudem ist man sich auch für moderne Songstrukturen nicht zu schade.

Auch der Nerd- und Spaßanteil an den Texten wurde heruntergeschraubt, in „We Came To Conquer“ rechnet man mit der Thrash-Szene im allgemeinen ab und in „Fan Massacre“ bedankt sich die Band bei den Fans die ihr den Tourvan per Crowdfunding finanziert haben. Doch mit „Wage Slave“ und „Agnosticism“ haben auch nachdenkliche und sozialkritische Texte ihren Platz.

Bei der Produktion von Drummer Brian Westbrook hat eindeutig die Moderne gewonnen, vor allem das Schlagzeug tönt etwas künstlich und hätte im Mix (abgesehen von der Bassdrum) ruhig prominenter tönen können.

Unterm Strich bleibt eines der besten Thrash-Alben aller Zeiten (wirklich!), welches die komplette „neue“ Szene pulverisiert, es sei denn man steht nur auf Bands, die „Persecution Mania“ kopieren.

Hey, Gama Bomb, you didn’t write this riff
So hey, Warbringer, eat our Lich King dicks
Hey, Havok, we just put you to shame
And hey, everyone, if you’re not us you’re lame

Tracklist:

  1. All Hail
  2. We Came To Conquer
  3. Wage Slave
  4. In The End, Devastation
  5. Fan Massacre
  6. Agnosticism
  7. Combat Mosh
  8. Axe Cop
  9. Agents Of Steel [Agent Steel Cover]
  10. Lich King IV (Born Of The Bomb)

P.S.: Am 15.11. werden die Herren auf ihrer ersten Europtour den Bastard Club pulversieren. Infos hier.

Über Padre 62 Artikel
I use my anger as a tool, I feel the pain, I ain't no fool, I will not stack my rage upon the shelf, I'll always keep my negative self!

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