Savage Blood – Downfall 26.06.2020, Eigenproduktion, Heavy Metal/Thrash Metal

CD-Cover Downfall - Savage Blood

Es ging ein merklicher Ruck durch die Osnabrücker Metal-Szene, als Savage Blood 2016 ihre Debüt-EP “Savage Blood” auf den Markt warfen. Unser Redakteur Padre machte die Truppe in seinem damaligen Review gar zum “heißesten Eisen im deutschen Untergrund.” Und dass dieses Prädikat mehr als gerechtfertigt war, zeigten die Jungs in der Folge auf unzähligen Live-Shows. Nun melden sich Savage Blood mit ihrem ersten Longplayer “Downfall” auf eindrucksvolle Weise zurück.

Von Anfang an werden keine Gefangenen gemacht. Ein griffiges Riff und der unverkennbare Gesang von Peter Diersmann lassen den Opener “Downfall” wie einen ersten Hammerschlag in die Gehörgänge gehen. Auch das folgende “Release The Beast” mit seiner thrashigen Attitüde und den coolen Gang-Shouts im Refrain macht mächtig Laune.

“Savage Blood” kommt zunächst eher ruhig, stampfend daher. Doch dann entlädt sich der Song in einem extrem eingängigen Refrain mit einer absolut genialen Gesangslinie. Das Ding hat Mitgrölfaktor zehn und dürfte aus zukünftigen Savage Blood-Setlists nicht mehr wegzudenken sein.

Bei “Violent Attack” wird das Gaspedal wieder deutlich mehr durchgetreten. Außerdem werden dezent neuere Elemente, wie zum Beispiel Sprechgesang, eingesetzt. Dadurch erhält der Song einen moderneren Anstrich, ohne dabei allerdings kitschig oder anbiedernd zu wirken. “Queen On The Run” kann dagegen als Huldigung der Helden des melodischen Metals aus den Achtzigern gesehen werden. Kraftvolle Arrangements mit doppelläufigen Gitarren und einem abermals sehr eingängigen Refrain machen den Song neben “Savage Blood” und dem Titeltrack wohl zu den Highlights von “Downfall”.

In den letzten drei Songs liefern Savage Blood dann noch einmal einen gekonnten Rundumschlag ihres gesamten Könnens ab. Während “We Sweat Blood” überwiegend schnell und knackig daherkommt, überzeugt “Die In Spirit” auch mit groovigeren Parts, Double-Bass-Attacken und seiner an Iced Earth erinnernden Gitarrenarbeit. Den Abschluss von “Downfall” bildet dann das sehr gelungene “Guardian Angel”. Hier überzeugt vor allem das Wechselspiel aus langsameren und schnellen Parts.

Insgesamt haben Savage Blood mit “Downfall” ein durchweg stimmiges Album abgeliefert. Die Mischung aus eingängigem melodischem Power Metal mit einer ordentlichen Portion Thrash Metal bildet das Grundgerüst für das Album und wirkt zu keinem Zeitpunkt langweilig oder altbacken. Vielmehr schafft es die Band, den geneigten Hörer mit ihren abwechslungsreichen Arrangements so sehr zu fesseln, dass man nach den rund 40 Minuten sofort wieder auf die Play-Taste drücken möchte. Bei den ausgereiften Kompositionen sitzt wirklich jedes Riff und jede Gesangslinie an der richtigen Stelle. Dazu wird das Ganze mit enorm viel Energie und Präsenz umgesetzt.

Abschließend sei noch der von Jörg Uken im Soundloge Studio vorgenommene Mix lobend erwähnt. Der Sound ist druckvoll und kräftig und gegenüber der 2016er EP ein deutlicher Schritt nach vorne. Gleichzeitig kommt der Gesamtklang sehr ausgewogen und klar aus den Boxen, was das Hören zu einem absoluten Genuss macht.

Für Fans von traditionellem Power- und Thrash Metal ist diese Scheibe wärmstens zu empfehlen. Und wer sich beeilt, kann auf der bandeigenen Bandcamp Seite vielleicht noch eine der coolen, limitierten 12” LPs in grün, rot oder gelb ergattern.

 

Tracklist:

  1. Downfall
  2. Release The Beast
  3. Savage Blood
  4. Violent Attack
  5. Queen On The Run
  6. We Sweat Blood
  7. Die In Spirit
  8. Guardian Angel

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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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