Thorondir – Des Wandrers Mär VÖ: 19.04.19, Trollzorn, Pagan Metal

CD-Cover Thorondir - Des Wandrers Mär

Aus dem bayrischen “Düsterwald” erklingt eine Stimme “Aus jenen Tagen”. Zog man sich 2011 mit dem letzten Studioalbum zurück, kommt man nun, wo die Welt an ihrem Abgrund steht, endlich wieder. Die Sprache ist natürlich von den sechs tapferen Recken, genannt Thorondir, die mit ihrem Schlagwerk und donnernden Gitarren die Götter des Pagan Metal heraufbeschwören. Das dritte Album der Krieger, mit dem Namen „Des Wandrers Mär“ handelt eben von jenem Untergang der Welt und von einem einsamen Wanderer, der versucht dies zu verhindern. Doch wird er es schaffen?

Unheilvoll, aber hymnisch verheißt der „Prolog“ des Albums schon mal etwas Gutes. Stimmig beginnt das Album und schickt uns in die mystische Welt der Barden. Geschwungen und melodisch setzt der erste Song passend am Intro ein. Mit dem kraftvollen Gesang erinnert der Song stark an die guten, alten Zeiten des Pagan Metals, als er noch die Kraft Thors selbst repräsentierte und nicht wie durch den Weichspüler gezogen klingt. Aber jene Kraft wird auch benötigt, um gegen den „Fenriswolf“ zu bestehen. So besitzt der zweite Titel kein bisschen weniger Kraft, auch wenn es ihm doch ein kleines Stück an Abwechslung fehlt und er dem ersten Stück doch leicht ähnelt.

„Dunkle Zeichen“ ziehen auf. Das dritte Stück des Albums überzeugt im Intro mit doomlastiger Attitüde, ballert einem aber recht schnell ungebremst eine Mischung aus Pagan und Death Metal um die Ohren, die keinen stolzen Wikinger kalt lassen sollten. Bei so viel Brachialität wirkt der Anfang von „Thoron“ eher wie eine niedliche Power Metal-Hymne. Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Denn so entpuppt sich eben jener Song als ein Bombast an Abwechslungsreichtum. Von schnellen, harten Gitarrenriffs bis hin zu schleppenden Beats über eine erzählerisch gelungene Geschichte ist Alles für den aufmerksamen Metaller dabei. In diesem Titel scheint es nur an einem zu fehlen: Eine ordentliche Kriegshymne. Aber die soll es bei „Tiefe Narben“ geben. Hier hat mich der Refrain sofort gepackt, da er eben diese Stärke, die ein Pagan-Stück transportieren muss, einschlägig präsentiert.

Auf der Hälfte angekommen, lauschen wir nun mit „Den Göttern Zur Ehr“, einem kleinen, epischen Instrumentaltrack, der jeden Nerv trifft und sich super in das Albumgefüge einbettet. Danach marschiert man dann mit der gewohnten Stärke unter dem Banner von „In Der Weite ein Licht“ weiter. Der Titel ist zum Vergleich etwas langsamer gehalten, aber wie ein Hammerschlag auf grünem Grund, denn danach wächst nichts mehr. Im Tempo geht „Das Totenheer von Barathir“ nochmal einen kleinen Schritt zurück, was den Titel explizit für Doom-Fans nochmal eine Spur interessanter machen könnte. Mit akustischer Melancholie startet „Durch Des Adlers Augen“ und bringt ein bisschen Pagan-Romantik ins Spiel, bis er in eine kraftvolle Hymne überspringt, die mit einem Gefühl von Freiheit einhergeht.

Düster, gar finster wird es nochmal bei „Schwarze Flut“. Hier trennt man sich leicht vom Geiste des Pagans und wandert auf Wegen des Doom-Black-Metals. Aber man haut hier nicht wie wild auf sein Instrument ein, sondern gibt dem Titel weiterhin seinen geschwungenen Charakter. So sollte man zum Ende noch einmal seine Kraft entladen und eben für jene überschüssige Energie kommt  „Berserkerwut“ ganz passend, bis der „Epilog“ das Album perfekt abrundet.

Was bleibt da noch groß zu sagen? Mich hat das Album mehr als überzeugt. Thorondir knüpfen an den Heldenmut alter Tage an und machen da weiter, wo andere Bands schon längst ihre Axt in den Abgrund geschmissen haben. Diesen Bands sei gesagt, dass es eine neue Größe am Pagan-Himmel gibt, die genug Kraft hat, euch zu zerbersten, also hütet euch vor den Kriegern Thorondirs.

Homepage: https://www.facebook.com/THORONDIRofficial

Tracklist:
01. Prolog
02. Rache durch das Schwert
03. Fenriswolf
04. Dunkle Zeichen
05. Thoron
06. Tiefe Narben
07. Den Göttern zu Ehr
08. In der Weite ein Licht
09. Das Totenheer von Barathir
10. Durch des Adlers Augen
11. Schwarze Flut
12. Berserkerwut
13. Epilog

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