Van Canto, Freedom Call, Grailknights
Voices Of Fire Tour 2016

Vor ziemlich genau zehn Jahren begannen Van Canto ihre Karriere mit einem revolutionären Ansatz. Mit fünf Stimmen und einem Schlagzeug begann man bekannte Metal Klassiker in A-Capella Versionen darzubieten. Über die Jahre hat die Band diesen Stil konsequent weiterentwickelt. Mit ihrem „Voices Of Fire“ Konzeptalbum macht Van Canto nun den nächsten Schritt und hat gemeinsam mit Roman Autor Christoph Hardebusch ein so genanntes „Vocal Metal Musical“ kreiert, welches eng mit Hardebuschs Roman „Feuerstimmen“ verwoben ist. Und das bringen Van Canto nun sogar auf die Bühne. Als Support hat man heute Freedom Call und die Grailknights mit an Bord.

Die Turbinenhalle 2 in Oberhausen ist bereits gut gefüllt, als die Superhelden aus Grailham City ihren muskulären Auftritt mit dem neuen Song „Dead Or Alive“ beginnen. Wie üblich haben die Grailknights mal wieder den Heiligen Gral an ihren Erzfeind Dr. Skull verloren und sind nun auf ihren Battlechoir angewiesen um ihn zurückzugewinnen. Und der Oberhausener Battlechoir macht seine Sache richtig ordentlich. Sir Optimus Prime wird standesgemäß mit einem lauten „Yes Sire“ begrüßt, als er sich mit seiner Mission an das Publikum wendet. Bevor die Schlacht allerdings so richtig losgehen kann, versorgt die allseits beliebte Bierstute Zapf Beauty die Meute zunächst einmal mit einem Fass Bier, welches umgehend unter den Anwesenden verteilt wird. So gestärkt fällt es dem Battlechoir dann auch nicht schwer ihre Helden lautstark zu unterstützen. Dabei kommen Klassiker wie „Nameless Grave“ genauso gut an, wie die neuen Stücke „Crimson Shades Of Glory“ oder „Rise Of The Black Knight“. Und so bringen die Grailknights ihren Battlechoir unter anderem mit einer Muskelwelle und einer Einheit „Grailrobic“ soweit in Form, dass der Schwertkampf gegen Dr. Skull problemlos gewonnen werden kann. Ein grandioses Ende findet der kurzweilige Auftritt dann mit dem „Superheromedley“ und dem obligatorischen „Grailquest Gladiators“. Einziger Wermutstropfen des Auftritts ist der nicht besonders ausgewogene Sound. Zwischenzeitlich knarzt und fiept es immer mal wieder oder es fehlt die zweite Gitarre. Den Leuten vor der Bühne gefällt es aber dennoch und so werden die Grailknights mit lautem klatschen und Jubeln verabschiedet.

Nach der kurzen Umbaupause geht es dann mit einer Runde Happy Metal weiter. Freedom Call sind heute sehr gut aufgelegt und haben sichtlich Spaß. Das überträgt sich natürlich sofort auf das Publikum und so wird bereits der Opener „Union Of The Strong“ vom 2014er Album „Beyond“ nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Auch der nach Aussage der Band „Happiest Freedom Call Song ever“ „Farewell“ löst wahre Begeisterungsstürme aus. Freedom Call macht seiner Aufgabe als Anheizer heute alle Ehre. Sänger und Gitarrist Chris Bay geht gut auf das Publikum ein und animiert immer wieder zum springen, klatschen und singen. Kein Wunder also, dass „Power And Glory“ dann nach anfänglichen Schwierigkeiten aus vollen Hälsen mitgesungen wird. Wie auch bereits die Grailknights spielen Freedom Call über die gleiche PA und bespielen das gleiche Schlagzeug. Dementsprechend lässt auch hier der Sound wieder etwas zu wünschen übrig. Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch und die ganze Halle jubelt, als man mit „Warriors“ noch einen echten All-Time Favorit der Band spielt. Das Ende des Songs wiederholt die Band dann allerdings zweimal, bevor sie mit dem Applaus zufrieden ist. Dafür haben sich die Fans dann aber auch noch ein letztes Lied verdient. „Land Of The Light“ sorgt noch einmal für ordentlich Stimmung und treibt sogar einen Crowdsurfer nach vorne. Das hat Spaß gemacht.

Und dann ist es endlich soweit. Die Bühne ist schwach beleuchtet und mit einem Stuhl bestückt, was für einige Fragen im Publikum sorgt. Diese sollen sich aber sofort auflösen, als dort ein Sprecher Platz nimmt und den Prolog von Christoph Hardebuschs Roman „Feuerstimmen“ vorträgt. Damit wird eindrucksvoll der erste Teil des Van Canto Auftritts eingeleitet, welcher dann mit dem „Voices Of Fire“ Opener „Clashing On Armour Plates“ beginnt. Die Lichtshow ist stimmungsvoll und der Sound sehr ordentlich. Die einzelnen Stimmen kommen gut raus und das Schlagzeug sorgt für den nötigen Beat. Die Zuschauer wirken zunächst gespant, begrüßen die Band dann aber mit rhythmischem Klatschen. Auch die Band scheint gut drauf zu sein und kann mit einem guten Stageacting überzeugen. Im Laufe der ersten Stücke führt man grob durch die Geschichte der „Vocal Metal Opera“, in deren Mittelpunkt fünf urzeitliche Drachen stehen, von denen einer böse ist und nach vielen Jahren das Schlafes nun sein Ziel, die Welt zu unterjochen, vollenden will. Ihm entgegen stellen sich die junge Königin Elena und der Barde Aidan, welcher die besondere Gabe des Gesangs der Magie besitzt. Mit viel Leidenschaft und Hingabe bringen Van Canto diese Story auch musikalisch sehr eindrucksvoll rüber. Sei es nun in dem ziemlich düsteren „Dragonwake“, dem swingingen „Time And Time Again“ oder dem treibenden „Battledays Dawn“, bei welchem die Barden im Übrigen auch kräftig vom Publikum unterstützt werden. Ihre „Voices Of Fire“ Story beenden Van Canto dann zunächst mit „Firevows“.

Im zweiten Teil des Auftritts wird dann das Partypublikum voll und ganz bedient. Nachdem man mit „Stora Rövardansen“ den ersten Van Canto Song überhaupt präsentiert hat, geht es Schlag auf Schlag weiter. Den größten Anklang finden natürlich die bekannten Coversongs. Bei „Wishmaster“ von Nightwish beweist Sängerin Inga Scharf, dass sie sich mit ihrer Stimme auf keinen Fall hinter ex Nightwish Sängerin Tarja Turunen verstecken muss und spätestens bei „Kings Of Metal“ von Manowar kocht die Halle. Die Stimmung ist jetzt bestens und beim Grave Digger Klassiker „Rebellion“ marschieren nicht nur die Clans. Die ganze Meute vor der Bühne klatscht, springt und jubelt der Band zu. Darüber hinaus kommen aber auch die Eigenkompositionen wie „Speed Of Light“ oder „To Sing A Metal Song“ beim Publikum sehr gut an.

Zum Ende des regulären Sets sorgen Van Canto mit der wunderschönen Ballade „Last Night Of The Kings“, bei welcher selbst Schlagzeuger Bastian Emig mitsingt, noch einmal für Gänsehaut Momente. Danach scheint die Band sichtlich beeindruckt von der Lautstärke der Fans zu sein. Auf jeden Fall lässt sie sich zunächst einmal richtig feiern, bevor sie für eine kurze Verschnaufpause hinter der Bühne verschwindet.

Im Zugabenblock kommt man mit „The Bard’s Call“ noch einmal kurz auf das aktuelle Album zurück, bevor man das Programm mit bewerten Klassikern abschließt. In „The Mission“ wird kurzerhand der Metallica Klassiker „Battery“ eingebaut und für das große Finale hat man sich nichts Geringeres als „Fear Of The Dark“ von Iron Maiden aufgespart. Das sorgt natürlich noch einmal für Begeisterungsstürme bei den Fans und so wird der obligatorische Chor am Anfang und Ende von gefühlt allen Anwesenden voller Inbrunst mitgesungen. Dann ist aber endgültig Schluss und die Band posiert am Bühnenrand für ein Foto mit den Fans.

Damit geht ein toller Konzertabend mit drei klasse Bands zu Ende. Sowohl Vor- wie auch Hauptband haben alles gegeben und dem Publikum eine imposante Show geliefert. Insgesamt hat auch die Zusammenstellung der Bands sehr gut gepasst. Lediglich der etwas durchwachsene Sound bei den Vorbands fällt negativ ins Gewicht.

Setlist Grailknights:

  1. Intro
  2. Dead Or Alive
  3. Morning Dew
  4. Nameless Grave
  5. Crimson Shades Of Glory
  6. Rise Of The Black Knight
  7. Grailrobic
  8. Superheromedley
  9. Grailquest Gladiators

Setlist Freedom Call:

  1. Union Of The Strong
  2. Freedom Call
  3. Farewell
  4. Island Of Dreams
  5. 666 Weeks Beyond Eternity
  6. Power & Glory
  7. Warriors
  8. Land Of Light

Setlist Van Canto:

  1. Intro
  2. Clashing On Armour Plates
  3. Dragonwake
  4. Time And Time Again
  5. All My Life
  6. Battleday’s Dawn
  7. Firevows
  8. Stora Rövardansen
  9. Pathfinder
  10. Wishmaster
  11. Speed Of Light
  12. Kings Of Metal
  13. Rebellion
  14. To Sing A Metal Song
  15. Neuer Wind
  16. Last Night Of The Kings

Zugaben

  1. The Bardcall
  2. The Mission/Battery
  3. The Bard’s Song
  4. Fear Of The Dark

 

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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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