Visigoth – Conqueror’s Oath Vö: 09.02.2018, Metal Blade Records, (Epic) Heavy Metal

Es rumort im echtmetallischen Untergrund. Das Unwort „Hype“ wird bereits in einschlägigen Metal-Foren in den Mund genommen. Anlass sind Visigoth mit ihrem neuen Album „Conqueror’s Oath“. Und das Untergrundbeben ist berechtigt!

Der zweite Longplayer des US-Quintetts Visigoth macht genau da weiter, wo der schon grandiose Vorgänger „The Revenant King“ aufhört: Mit mächtigem, epischen und gallopierenden Heavy Metal in der Schnittmenge zwischen Manilla Road, epischen Manowar, Cirith Ungol und Grand Magus. Und an dieser Stelle bereits ein frühzeitiges Fazit des Autors: Besser kann man klassischen Heavy Metal im Jahr 2018 kaum machen.

Der Einstieg in „Conqueror’s Oath“ beginnt direkt mit einer Hymne. „Steel And Silver“ basiert textlich auf den Abenteuern von Geralt von Riva aus der Hexer-Reihe von Autor Andrzej Sapowski. Der Refrain bleibt bereits nach erstmaligem Hören hartnäckig im Gedächtnis. Zusammen mit „Warrior Queen“ und „Outlive Them All“ – eine der wenigen schnellen Nummern des Albums – wurden die ersten Tracks bereits sukzessiv von der Band vorab veröffentlicht und für gut befunden.

Zwei Nummern fallen im positiven Sinne aus dem Rahmen: „Traitor’s Gate“ und „Salt City“. Bei erstgenannten liefern Visigoth einfach mal einen kleinen Underground-Hit ab. Nach einem balladesken Einstieg enfesselt „Traitor’s Gate“ den donnernden Racheschwur eines wütenden Kriegers. „Salt City“ ist der atypischste Song bislang und besticht mit einem Rock’n’Roll-Groove, der eine vertonte Liebeserklärung an die Heimatstadt der Musiker ist.

Über den famosen Tracks brilliert Sänger Jake Rogers mit einer energiegeladenen Stimme, die trotz tieferer Stimmlage von der Phrasierung und vom Ausdruck stark an Twisted Tower Dire erinnert. Gitarrenduo Jamison Palmer und Leeland Campana haben alte Omen und Iron Maiden offensichtlich mit ihrer Muttermilch aufgesogen. „Conqueror’s Oath“ hat zudem ein fantastisch gemaltes Cover von Kult-Cover-Designer Kris Verwimp spendiert bekommen.

Dem Album wurde eine satte Produktion spendiert. Bei 42 Minuten Spielzeit liefert „Conqueror’s Oath“ keine Ausfälle. Einzige Kritik: die eingesetzten Chöre sind tendenziell zu dominant in den Vordergrund gemischt und überschreiten mitunter die Grenze zum Kitsch um eine Haaresbreite. Aber dies ist nur ein mikroskopisch kleiner Wermutstropfen bei einem ansonsten rundum begeisternden Album.

Visigoth bei Facebook: https://www.facebook.com/visigothofficial/

Tracklist:

  1. Steel And Silver
  2. Warrior Queen
  3. Outlive Them All
  4. Hammerforged
  5. Traitor’s Gate
  6. Salt City
  7. Blades In The Night
  8. The Conqueror’s Oath

 

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