Anthemdown + As We Arise + Tragedy Of Mine

Antehmdown

Eine geballte Portion Melodeath und Metalcore „at its best“ gab es am Samstag vor einer Woche im Osnabrücker Ostbunker. Anthemdown hatten zur Release-Party geladen und mit As We Arise und Tragedy Of Mine zwei weitere klasse Bands mit am Start.

Bereits vor der Show herrscht vor und im Ostbunker eine ausgelassene Stimmung. Die Veranstaltung ist gut besucht und die Besucher sind gut drauf. Kein Wunder also, dass es bei Tragedy Of Mine von Anfang an voll abgeht, als die ersten Klänge ertönen. Der Sound kommt druckvoll aus den Boxen und auch für die Augen wird etwas geboten. Vorne auf der Bühne hat die Band beleuchtete Kästen mit dem Bandlogo platziert, die ziemlich gut zur Geltung kommen und hinten auf der Bühne befinden sich einige Lichteffekttürme. Alles in allem sehr gelungen, lediglich etwas mehr Frontlicht hätte die Band vertragen können. In musikalischer Hinsicht gibt es aber nichts zu meckern. Die Truppe überzeugt mit ihren zumeist melodisch aggressiven Stücken, die von Sänger Steffen Bunke sehr ordentlich intoniert werden. Und auch aufs Stimmung machen versteht sich der Frontmann. Nicht nur, dass die Besucher ohnehin schon gut springen, klatschen und abgehen, auch zu einer amtlichen Wall of Death lassen sich die Anwesenden hinreißen. Abgeschlossen wird der ziemlich coole Gig mit dem eingängigen „Last Episode“, zu welchem die Band auch bereits ein Musikvideo veröffentlicht hat.

Auch die darauffolgenden As We Arise machen eine sehr gute Figur auf der mittlerweile deutlich heller beleuchteten Bühne. Für Sänger Max scheint das etwas ungewohnt zu sein. Jedenfalls mokiert er sich gleich zu Anfang darüber, dass es auf der Bühne doch ganz schön hell sei. Auf die musikalische Performance der Band hat das aber keinen Einfluss. Die Jungs aus Stadthagen geben wie auch Tragedy Of Mine zuvor von Anfang an richtig Gas und servieren ein astreines Metalcorebrett. Die Stücke ihres ersten Albums „I Am The End“ schrauben sich gnadenlos in die Gehörgänge und werden vom Osnabrücker Publikum nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Insbesondere das eingängige „King“ kommt bestens an und sorgt sogar für einen kleinen Circle Pit. Zwischenzeitlich wird das Publikum von der Band dann aufgefordert sich in die Knie zu begeben, da man nur so ordentlich springen könne. Und die Stadthagener sollen Recht behalten, denn danach geht es noch einmal richtig ab im Pit. Akzente kann auch Gitarrist Marian setzen, der mit seinen cleanen Vocals einen schönen Kontrastpunkt zu den sonst sehr giftigen Growls und Shouts von Sänger Max liefert. Mit ruhigeren Stücken, wie „Sinner“ und „Final Breath“, zeigt die Band zudem, dass sie zu mehr als reinen Ballersongs fähig ist. Zum Abschluss hat die Band mit „Part Of You“ einen klasse Song bereit, der noch einmal die Variabilität der Band unter Beweis stellt. Und so werden die Jungs mit ordentlich Applaus von der Bühne verabschiedet.

Ja, und dann ist es endlich soweit. Nach einer kurzen Umbaupause betreten die Jungs von Anthemdown die Bühne und legen mit „Seconds“ direkt fulminant los. Leider lässt die Bühnenbeleuchtung wieder etwas zu wünschen übrig, sodass die Jungs oft im Dunkeln stehen. Und dabei haben sich die Bandmitglieder allesamt fein herausgeputzt. Sänger Lars trägt sogar Hemd, Weste und Fliege. Die Anwesenden stört das jedoch herzlich wenig, und sie starten sofort eine ausgelassene Party, bei der wild herumgesprungen und gepogt wird. Und natürlich darf auch beim Headliner des Abends ein amtliche Wall Of Death nicht fehlen. Anthemdown zocken sich derweil munter durch ihr aktuelles Album „Farewell Letter“ und scheinen dabei mächtig Spaß zu haben. Drummer Lorenz vetrimmt die Felle wie nichts Gutes, die Gitarristen Moritz und Karl posieren immer mal wieder zusammen rum und Bassist Lucas grinst wie ein Honigkurchenpferd. Das ist ihm aber auch nicht zu verdenken, sorgt er doch mit seinem „Shovel Jam“, bei dem er mit einer handelsüblichen, jedoch mit Bassaiten bespannten, Schaufel ein ungemein groovendes Solo abliefert und dafür derbe Applaus einheimst. Weiter geht es mit „Reach“, welches vor allem durch seine melodischen Gitarrenriffs überzeugen kann und dem bereits bekannten „Colours Of Life“, dass die Band einmal mehr von ihrer düster melancholischen Seite zeigt. Und so geht es langsam dem Ende dieses coolen Gigs entgegen. Und auch wenn vielleicht nicht immer jeder Ton hundertprozentig saß, so hat Anthemdown heute Abend doch verdammt viel richtig gemacht. Man merkt der Band ihren enormen Enthusiasmus und die Spielfreude einfach an und hat enormen Spaß beim Zusehen. Da ist es dann auch nur gerechtfertigt, wenn die Jungs nach dem Gig noch mit einer fetten Torte, die das Logo des Albums „Farewell Letter“ ziert, belohnt werden.

Insgesamt ein toller Abend, der wieder einmal gezeigt hat, wie lebendig die Osnabrücker Musikszene ist. Mit viel persönlichem Engagement und Einsatz wurde hier ein durchweg gelungenes Event auf die Beine gestellt, welches durchaus zur Nachahmung empfohlen ist.

Anthemdown Kuchen 1 Anthemdown Kuchen 3

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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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