Blind Guardian, Orphaned Land – Beyond The Red Mirror Tour

Fünf Jahre ist es her seitdem die Barden von Blind Guardian die schöne Stadt Osnabrück besuchten. Am vergangenen Freitag war es wieder einmal soweit. Im Rahmen ihrer „Beyond The Red Mirror“ Tour machte die Krefelder Power Metal Institution Halt in der Osnabrückhalle. Als Support hatte man, wie auch schon auf der Frühjahrstour, die Israelis Orphaned Land dabei. Ein durchaus interessantes Package also.

Es ist schon einigermaßen verwunderlich, dass die Halle dennoch nicht ausverkauft war. Als Orphaned Land mit „All Is One“ in ihren Auftritt starteten, war die Halle gerade einmal zu einem Bruchteil gefüllt. Bis zum Beginn von Blind Guardian sollten sich etwa 1.400 Zahlende in die Halle verirrt haben. Auch die Stimmung war zu Anfang noch recht verhalten, was aber sicherlich auch zu einem großen Teil am katastrophalen Sound lag. Erst nach ca. vier Songs wurde es etwas besser und die einzelnen Instrumente konnten überhaupt ausgemacht werden. Sänger Kobi Farhi ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und forderte das Publikum immer wieder zum Mitklatschen auf – leider mit eher mäßigem Erfolg. Irgendwie schienen die Osnabrücker nicht allzuviel mit der Mischung aus orientalischen Klängen und Heavy Metal anfangen zu können. Erst zum Ende des Gigs kam etwas Bewegung in die Meute. Beim letzten Song „Norra El Norra“ wurden sogar die Hände nach oben gestreckt und im Takt von rechts nach links bewegt. Insgesamt war dies aber ein eher durchwachsener Auftritt.

Blind Guardian begannen dann wie erwartet mit „The Ninth Wave“ vom aktuellen Album. Das etwas düstere Intro und der sich langsam aufbauende Song sind ja auch quasi wie geschaffen dafür. Blöd nur, dass der Sound auch hier ziemlich zu wünschen übrig ließ. Der Bass kam zunächst gar nicht durch und insgesamt klang die ganze Chose sehr kratzig. Auch hier sollte das Team an den Reglern wieder einige Songs benötigen, um ein halbwegs passables Hörerlebnis möglich zu machen. Der Bühnenaufbau war relativ spartanisch gehalten. Dafür hing aber eine sagenhaft geniale Lichtanlage über der Bühne, die für beste Lichtverhältnisse und tolle Effekte sorgte. Das kam bei den Fans natürlich gut an und so ließen sich die Osnabrücker auch schnell von den routiniert aufspielenden Musikern mitreißen. Hansis Ansage, dass die Show für eine mögliche Live DVD mitgeschnitten werde, sorgte beim Publikum dann für zusätzliche Jubelschreie.

Seine Gesangskünste stellte das Publikum bei „Tannelorn (Into The Void)“ dann auch gleich nach bester Manier unter Beweis. Für Bewegung im Pit sorgte der „Tales From The Twilight World“ Klassiker „The Last Candle“, welcher ebenfalls nach allen Regeln der Kunst abgefeiert wurde. Mittlerweile waren sowohl Band als auch das Publikum warm geworden, und die Stimmung war auf dem Höhepunkt angekommen. Klassiker wie „Lord Of The Rings“ und „Time Stands Still“ wurden lautstark und textsicher mitgesungen. Mit „The Curse Of Feanor“ hatten Hansi und seine Jungs noch ein ganz besonderes, nur selten live gespieltes Juwel mit auf die Setlist gepackt. Den Abschluss des regulären Sets bildete dann die Über-Hymne „And Then There Was Silence“.

Aber natürlich kamen Blind Guardian nicht um die obligatorischen Zugaben herum. In insgesamt zwei Blöcken boten die Krefelder dann noch einmal alles auf und stellten ihre hervorragenden Livequalitäten unter Beweis. Aber auch die Osnabrücker Metalheads gaben sich keine Blöße und sangen bei Hits wie „Valhalla“ und „The Bard’s Song“ lautstark mit. Ob man sich damit für die Live-DVD qualifizieren konnte, bleibt abzuwarten. Die Messlatte wurde aber bereits recht hoch gesetzt. Auch die Tatsache, dass man der Band nach dem letzten Song „Mirror Mirror“ mit „Majesty“ noch einen klasse Song als allerletzte Zugabe entlocken konnte, spricht für sich.

Alles in allem war es wieder einmal ein schöner Abend mit Blind Guardian. Auch wenn der Sound zu Anfang nicht so berauschend war, haben die Krefelder mit ihrem professionellen Stageacting und natürlich der tollen Lichtshow für ein insgesamt positives Gefühl gesorgt. Manch ein Fan mag sich zwar noch das ein oder andere Stück vom „Imaginations From The Other Side“ Album gewünscht haben, aber das war es dann auch. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und wer weiß, vielleicht findet man sich ja sogar auf der nächsten Blind Guardian Live DVD wieder.

Setlist Blind Guardian

  1. The Ninth Wave
  2. Banish From Sanctuary
  3. Nightfall
  4. Fly
  5. Tanelorn (Into The Void)
  6. Prophecies
  7. The Last Candle
  8. Miracle Machine
  9. The Lord Of The Rings
  10. Time Stands Still
  11. The Curse Of Feanor
  12. And Then There Was Silence

Zugabe 1

  1. Sacred Worlds
  2. Twilight Of The Gods
  3. Valhalla

Zugabe 2

  1. Into The Storm
  2. The Bard’s Song
  3. Mirror Mirror

Zugabe 3

  1. Majesty
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