Cauldron – New Gods VÖ: 07.09.2018, Dissonance Productions, Heavy Metal

Cauldron - New Gods

Ein neues Album der Kanadier Cauldron steht an. „New Gods“ heißt es. Wie immer bei dieser einzigartigen Band, ist man gespannt und weiß im Prinzip was einen erwartet, oder doch nicht? Cauldron haben sich bislang nie um Erwartungen geschert und das tun sie auf dem neuen Album noch weniger als sonst. Sind sie also weiterhin eine klassische „Love It or Hate It“-Band?

Nach den ersten beiden Alben wurden Cauldron als Hoffnungsträger einer New Wave Of Traditional Heavy Metal emporgehoben. Das tolle „Tomorrow’s Lost“ (mit seinem High Spirts-Vibe) wurde dann schon nicht den Erwartungen gerecht, die die engstirnige Metal-Gemeinde an die Band hatte. Das lag vermutlich vor allem daran, dass jeder irgendwie darauf gewartet hatte, Sänger Jason würde metallischer und weniger melancholisch singen. Spätestens beim 2016er Output „In Ruin“ waren sie bei Vielen dann abgeschrieben. Dieses Album rotiert bei mir jedoch immer noch regelmäßig und ich dachte, Cauldron haben hiermit endgültig ihren Sound gefunden. Jetzt rotiert seit einiger Zeit das fünfte Werk in meinem Player und kickt mich nicht richtig.

Was ist also passiert? Jason Decay singt immer noch überragend melancholisch und leicht eintönig. Muss man mögen, und das tue ich. Es hört sich im ersten Augenblick auch zu 100 Prozent nach Cauldron an. Das ist ja auch schon eine Leistung, so einen Signature-Sound zu haben. Die ersten drei Songs sind…nett. Sie streichen bei mir nach mehrmaligem Hören jedoch ohne große Höhepunkte vorbei. Dann lässt mich „Save The Truth – Syracuse“ zum ersten Mal aufhorchen. Ein richtiger Gute-Laune-Rocker, den man so von der Band nicht gewohnt ist. Der Song hat definitiv einen leichten Hit-Refrain und ist mehr Hard Rock als Metal. Die sphärischen Sounds in den letzten 2 Minuten sind allerdings komplett über.

Das vorab veröffentlichte „Never Be Found“ schürte Hoffnungen, denn der Song ist wirklich gut. Hier gibt es auch mal wieder ein bisschen mehr Tempo, Gitarren und Breaks. Ja, so will ich das hören. Cooler Song. Danach kommt mit „Drown“ wieder ein guter Song, der geschickt mit dem Tempo spielt und klasse Gesangsparts besitzt. Ein Grower, wie ich feststellen musste. Das folgende „Together As None“ ist sehr balladesk gehalten und mag wieder mal mit „nett“ gut umschrieben sein. Mir fehlt da aber, auch für Cauldron-Verhältnisse, komplett der Punch. Die Gitarren werden mir viel zu hintergründig eingesetzt. Und so sind wir auch schon fast am Ende. Ein kurzes und verzichtbares Instrumental bleibt noch, bevor „Last Request“ mit seinem treibenden Rhythmus einen zwiespältig zurücklässt; und mich, als Fan der Band, so zwiespältig wie nie zuvor.

Man muss schon sagen, dass Cauldron, wenn man die Entwicklung sieht, genauso weitermachen wie bisher. Es ist alles noch weicher und runder geworden statt der Ecken und Kanten, die sich viele wünschen. Das ist zu großen Teilen auch kein Metal mehr, sondern Hard Rock. Wenn der dann aber auch keine Ecken hat, kommen solch belanglose Songs wie beispielsweise die ersten drei Tracks dabei raus. Konnte mich „In Ruin“ noch fast durchgängig überzeugen und hatte das Album einige wirkliche Highlights zu bieten, kommen hier maximal drei Songs auf dieses Niveau. Es ist nicht zwingend schlecht, wenn Cauldron ihren Weg so weitergehen wollen, dann muss kompositorisch aus meiner Sicht aber mal wieder ’ne Schippe draufgelegt werden. So bleiben jetzt bei mir wohl langfristig nur „Never Be Found“ und „Drown“ auf der Playlist. Definitiv weniger Love als Hate. Schade.

Cauldron Homepage: http://cauldronmetal.com/

Tracklist:

  1. Prisoner Of The Past
  2. Letting Go
  3. No Longer
  4. Save The Truth – Syracuse
  5. Never Be Found
  6. Drown
  7. Together As None
  8. Isolation
  9. Last Request

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