Children Of Bodom – Hexed VÖ: 08.03.2019, Nuclear Blast, Melodic Death Metal

CD-Cover Children of Bodom Hexed

Gut drei Jahre haben sich Children Of Bodom für ihr neues Album “Hexed” Zeit genommen. Doch die Hate Crew war in dieser Zeit alles andere als untätig. Neben zahlreichen Festivalshows und erfolgreichen Touren in Europa, den USA und Australien war man auch in personeller Hinsicht aktiv. So konnte man mit Ex-Norther-Gitarrist Daniel Freyberg 2016 einen formidablen Ersatz für Roope Latvala finden, der die Band ein Jahr zuvor verlassen hatte.

Der erste Song “This Road” prischt dann auch gleich mit Volldampf los. Treibende Drums, typische Children Of Bodom-Riffs und der gewohnt kratzige Gesang von Frontmann Alexi Laiho prägen den Song. Im Text, der das Tourleben verarbeitet, heißt es unter anderem “This rods’s gonna kill me, oh yeah”. Und diese Ansage kann man beruhigt derart verstehen, dass uns die Finnen auch live noch eine Weile erhalten bleiben.

Mit einem gefälligen Riff und dominanten Keyboards am Anfang kommt dann “Under Grass And Clover” daher. Dabei ist das Stück recht eingängig, geht gut ab und erinnert im Gesang irgendwie an “Needled 24/7” vom 2003er Album “Hate Crew Deathroll”. Auch insgesamt ähnelt “Hexed” vom Sound her sehr dem Children Of Bodom-Sound der frühen 2000er Jahre.  Das zeigt sich auch in Songs wie beispielsweise “Glass Houses”, welches mit Children Of Bodom Trademark-Riffs und Alexis Soloeinlagen aufwarten kann. Auch “Plattitudes And Barrend Words” schlägt in eine ähnliche Kerbe. Im Übrigen zeigt sich Alexi hier auch mal von einer recht melodischen Seite. Sein Gesang ist zwar nicht clean, aber schon nah dran. Außerdem gibt es ein feines Keyboardsolo im Mittelteil.

Ein für Children Of Bodom sicher sehr besonderer Song ist “Hecate’s Nightmare. Der Song über die griechische Göttin der Magie und Nekromantie beginnt mit einer Spieluhr und wirkt von Anfang an etwas spooky. Sofort muss man unweigerlich an Horrorfilmklassiker der 80er Jahre denken. Auch Künstler wie Alice Cooper oder Ozzy Osbourne gehen einem durch den Kopf. Extrem gut ins Ohr gehen auch die zweistimmigen Gitarren ab etwa min 2:40.

“Kick In A Spleen” tritt dann mächtig in die Fresse und serviert dazu dann wieder die typischen Children Of Bodom-Riffs im Hochgeschwindigkeitsmodus. Im Mittelteil nehmen die Jungs ein wenig das Tempo raus und bringen ein grooviges kleines Gitarrenduell, was am Ende in einem Solo mit ordentlich Haudrauf-Potential mündet. Der Titeltrack “Hexed” startet mit einem mächtigen Riffgewitter, bevor das Keyboard und Alexis markanter Gesang dazu kommen. Highlight des Songs ist aber der Refrain mit seinen ultracoolen Gangshouts.

Bis hierhin bewegt sich das Album auf einem sehr guten Niveau und kann sich sogar fast in die Reihe der Klassiker Alben der späten 1990er und früher 2000er Jahre einreihen. Zum Ende hin flacht das Album in der Qualität dann aber doch etwas ab. So wirkt “Relapse” als Children Of Bodom-Song neuerer Machart leider etwas zu unspektakulär. Bei “Say Never Look Back” weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll. Kurze Stakkato-Riffs wechseln sich mit opulenteren Teilen ab und das Keyboard liefert den Klangteppich. Damit ist der Song zwar solide, aber leider ohne jegliche Highlights. Auch “Soon Departed” plätschert dann doch ein wenig zu beliebig daher.

Abgeschlossen wird das Album dann mit “Knuckleduster”. Der Song befand sich bereits auf der 2004er EP “Thrashed, Lost And Strungout” und präsentiert sich nun im neuen musikalischen Gewand und mit neuen Lyrics.

Dass man sich nach Experimenten wie “Blooddrunk” (2008) und “Relentless Reckless Forever” (2011) zuletzt wieder auf einem guten Weg befindet, zeigte schon “I Worship Chaos” (2015). Auch die Liveauftritte der Band in dieser Zeit wussten meistens zu überzeugen. Auf “Hexed” gehen Children Of Bodom diesen Schritt nun konsequent weiter und orientieren sich wieder mehr an den Trademarks, die diese Band in der Vergangenheit so stark gemacht hat. Sehr positiv fällt auch der bereits eingangs erwähnte Neu-Gitarrist Daniel Freyberg ins Gewicht. Durch ihn erhält der Gitarrensound wieder mehr Frische und Aggressivität, was den Songs insgesamt sehr gut zu Gesicht steht.

Zum Album des Jahres wird es zwar nicht reichen, zu empfehlen ist die Scheibe aber durchaus.

Tracklist:

  1. This Road
  2. Under Grass And Clover
  3. Glass Houses
  4. Hecate’s Nightmare
  5. Kick In A Spleen
  6. Platitudes And Barren Words
  7. Hexed
  8. Relapse (The Nature Of My Crime)
  9. Say Never Look Back
  10. Soon Departed
  11. Knuckleduster

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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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