Feel The Wrath of the Savage Blood Interview mit Savage Blood

Savage Blood

Savage Blood aus dem Großraum Osnabrück haben sich innerhalb kürzester Zeit zu einem heißen Eisen der heimischen Szene im Bereich des klassisch angehauchten, leicht thrashigen, und trotzdem modernen Metals entwickelt. Sänger Peter, Bassist Markus und Drummer Marc lassen euch im Folgenden wissen, wie es zur Gründung von Savage Blood kam, was die weiteren Pläne sind und wie sie zu den Vergleichen mit Enola Gay (ex-Band von drei Bandmitgliedern) stehen.

HSF: Wie kam es zur Gründung von Savage Blood? Wer war da der Initiator des Ganzen und was bedeutet der Name „Savage Blood“?

Marc: Was die Gründung der Band betrifft, bin ich wohl die treibende Kraft gewesen. Ich hatte ja schon seit längerer Zeit immer mal wieder versucht Peter als Sänger zu reanimieren, was mir in der Vergangenheit aber nie gelungen war. Nachdem wir uns aber bereit erklärt hatten nach über 15 Jahren mit Enola Gay beim Bandjubiläum der Band Xaja als kleine Einlage zu spielen, habe ich gemerkt, dass Peter doch wieder Blut geleckt hat und da musste ich die Chance ergreifen und habe Ihm ein paar Songideen zukommen lassen um zu gucken/hören ob es passen könnte. Da uns die Ergebnisse mit Peters Gesang sofort gefielen, haben wir uns einige Male zum Proben getroffen um festzustellen, dass wir unbedingt weitermachen sollten. Nun fehlte noch der geeignete Mann am Bass, der aber mit Markus schnell gefunden war.

Markus: Ich bin erst der letzte Mohikaner – die Notlösung… Und nun müssen Savage Blood mit mir klar kommen…Die Namensfindung war nicht so einfach, aber Savage Blood vereinigt alles worauf es ankommt: Die Ungezügelheit des Metals, unser immer noch kochendes Blut und alles! Mach dir ’n Tattoo mit dem Logo auf deinen Hintern!

Peter: Savage Blood (wildes Blut) steht für eine instinktgetriebene, nicht domestizierbare Spezies, die täglich ums Überleben kämpfen muss. Der Lebensraum muss stets verteidigt und Eindringlinge verdrängt werden. Immer auf der Hut sein! Dieses wilde Blut tragen wir Menschen auch in uns, obwohl wir mittlerweile eine hoch entwickelte Spezies sind. Dieser Begriff Savage Blood passt für mich perfekt zu aggressiver lauter Musik wie wir sie spielen. Es war ohnehin nicht leicht einen passenden Bandnamen zu finden, von dem man möglicherweise genau das vermutet was es auch zu hören gibt. Nämlich Metal! Es gibt fast nichts was es nicht schon gibt oder gegeben hat. Heute tauchen ja die seltsamsten Bandnamen mit noch seltsameren Schreibweisen auf. Das war für uns keine Öptiön. (lacht)

HSF: Eure EP erschien im September 2016. Wie zufrieden seid ihr mit dieser im Rückblick und mit der Resonanz der Medien und der Fans im Allgemeinen?

Markus: Ich glaube, dass wir uns mit diesem ersten offiziellen Lebenszeichen in der aktuellen Hartwurstwelt nicht zu verstecken brauchen. Wir liefern klassische Thrash- und Powermetalelemente in einem recht zeitgemäßen, aber nicht überproduzierten Sound ab. Vom Mitsingen bis hin zum komplett Rübe abschrauben ist für jeden was dabei. Sound- und produktionstechnisch kann man im nachhinein an fast jeder Aufnahme aus Sicht der Beteiligten herumkritteln, was aber Quatsch ist. Es handelt sich um eine Momentaufnahme – und die ist beachtlich gut geworden. Die Resonanzen aus der metallischen Presse und auch von den geneigten Hörern waren ja allesamt mehr als positiv. Shirts, Patches und CDs gehen gut – was wollen wir mehr? Die YouTube VÖ von „Dead Water“ ging auch gut ab – leider ist uns das mit dem Video zu „The Fight“ erst verspätet ins Hirn gekommen – läuft aber nun auch gut im Netz. Wir hatten schon wahnsinnig geile Gigs – allein der erste im Bastard Club, im Vorprogramm von Voivod. Mega!

Marc: Obwohl ich eher sehr selbstkritisch bin, bin ich immer noch sehr zufrieden mit der EP. Klar ist man immer der Meinung, dass man dieses oder jenes hätte besser machen können, aber wenn ich irgendwo nen Song von der Scheibe höre, stehe ich immer noch voll dahinter. Man darf ja auch nicht vergessen, dass es sich bei der EP um eine Eigenproduktion handelt und da mich ja auch die Kritiken und die Rückmeldung der Fans größtenteils darin bestätigen, kann man ja auch nicht unzufrieden sein.

Peter: Die EP ist ja keine offizielle Veröffentlichung im klassischen Sinne. Es ist unser erstes Demo mit 5 songs. Die gängigen Metal Magazine haben uns damit ein erstes mal wahrgenommen und mit guten Rezensionen entsprechende Beachtung gegeben. Besonders cool fand ich, dass es dem Metal Hammer Wert war, uns für „Dead Water“ den Titel „Song of the week“ zu geben. Wir können also mehr als zufrieden sein.

Savage Blood - Band

HSF: Wie lange habt ihr gebraucht, die Songs zu schreiben, die ja alle ein hohes Qualitätslevel aufweisen. Und wer ist bei euch alles in das Songwriting eingebunden?

Peter: Das Material für die Demo EP war relativ schnell fertig. Nach 5 Monaten waren wir ja schon im Studio. Bislang hat Jörg immer die Gitarren vorgelegt und uns die Song-Ideen instrumental zukommen lassen. Zum Teil nur die Gitarren oder auch schon mit Drumspuren. Ich habe dann den Gesang darüber gelegt, sprich die Gesangslinien ausgearbeitet und die Texte dazu geschrieben. Hauptverantwortlich sind demnach Jörg und ich für das Material. Anschließend wird das dann im Proberaum mit der gesamten Mannschaft arrangiert und umgesetzt.

Markus: Die Basisideen kommen bisher von Jörg. Er hat oft relativ fertig ausgearbeitete Strukturen am Start, an denen wir dann gemeinsam im Proberaum herumdoktoren. Dies zuzulassen fällt ihm gelegentlich schwer, da muss er aber durch. Da uns das von der EP vorgelegte Level der Songs durchaus bewusst ist, haben es neue Songs bei uns oft schwer, den Ansprüchen der Truppe gerecht zu werden. Also dauert das mit den neueren Dingern meistens etwas länger. Auf dem Level haben wir inzwischen weitere Nummern am Start die wir auch schon live erproben konnten.

HSF: Wer ist bei euch speziell für die Texte zuständig und welche Themen versucht ihr da generell zu verarbeiten?

Peter: Die Texte stammen aus meiner Feder. Für mich persönlich sind Texte nicht so hoch aufgehangen. Ich würde sagen Texte sind schon ein wichtiger Bestandteil eines Songs, aber auf der anderen Seite eben auch nur ein Teil eines Songs. Meine Texte sind überwiegend fiktiv, behandeln nur zum Teil persönliche Themen oder Erfahrungen, die ich gemacht habe. Ich habe beim Songwriting Prozess meistens keinen Text in der Schublade auf den ich zurückgreifen könnte. Also versuche ich beim ersten Hören der Song-Ideen die Stimmung des Songs aufzunehmen. Die Stimmung und Atmosphäre des Songs, wie ich Ihn empfinde, bestimmt das Thema meiner Lyrics.

HSF: Fast alle in der Band sind ja in der Vergangenheit irgendwo in Bands aktiv gewesen, teilweise auch zusammen. Mir fallen da u.a. Dormitory, Detterent, Sudden Death und Purid ein. Natürlich auch Enoly Gay. Trotzdem klafft da bei dir Peter eine größere Lücke. Warst du gar nicht mehr aktiv und woran lag das?

Peter: Ich habe mich nach der Auflösung von Enola Gay erstmal als Sänger aus der Musikerwelt zurückgezogen und habe mich um andere Sachen gekümmert. Musik habe ich aber eigentlich immer gemacht. Bin auch noch Drummer und habe in zwei verschiedenen Bands getrommelt. Zuletzt bei The Girl With A Gun, aber die haben sich ja 2017 leider erledigt.

HSF: Aktuell seid ihr z.B. live ziemlich aktiv. War das eine bewusste Entscheidung oder seid ihr auch überrascht von dem Interesse an der Band? Es scheint ihr wollt noch einmal richtig angreifen.

Marc: Eigentlich bin ich eher überrascht, dass wir in unserem Stadium so viele Gigangebote bekommen haben, aber die nehmen wir natürlich gern an und ich hoffe das es in Zukunft auch so weitergeht.

Markus: Wir greifen jedes mal richtig an – egal ob auf ner Toilette mit Steckdose oder auf einer großen Festival Bühne! Und haben ne Menge Spaß dabei – ob daraus mehr wird? Mal sehen… sind ja alle mehr oder weniger in Familie, Heim, Job und Garten eingebunden…

Peter: Wen oder was sollen wir angreifen? (lacht) … Wir basteln einfach mal ein bisschen weiter an neuen Songs rum und schauen was passiert. Dabei ist unser Ziel etwas zu kreieren, was zunächst einmal uns gefällt. Es ist unsere Interpretation des Heavy Metals. Wenn es draußen dann gut aufgenommen wird freut uns das sehr und motiviert uns gleichzeitig weiter zu machen. Live stehen wir tatsächlich bei der Heavy Stage Night innerhalb von nur 20 Monaten zum 18. mal auf der Bühne. Auftritt Nr 19 und 20. folgen im Mai! Über weitere Anfragen freuen wir uns natürlich.

FeelTheWrath

HSF: Wie stehts denn mit neuem Material bei euch? Ist z.B. das aktuelle ziemlich coole Shirt-Motiv schon der Vorbote für einen neuen Output? Wer hat das coole Artwork entworfen?

Peter: Wir arbeiten stetig an neuem Material, ein paar Songs sind auch schon fertig. Alle haben die Live Premiere bereits gut überstanden und sind fest für das Westwerk in der Setlist eingeplant. Ich denke, die neuen Songs können das Niveau des ersten Demos halten oder gar übertreffen. Wir planen noch 2018 erneut ins Studio zu gehen um sagen wir mal Demo Nr.2 einzuspielen. Das Motiv, welches wir auf unseren neuen Shirts freundlicherweise verwenden dürfen, stammt von einem krassen, großartigen Künstler, aus der Slowakei. Er heißt Michal Ivan. Sein Bild trägt den Titel „Feel My Wrath“.

HSF: Nervt es euch überhaupt, dass bei euch viele noch an Enola Gay denken und ihr quasi oft als Nachfolgeband gesehen werdet? Oder seht ihr das eher positiv, das ihr ein bisschen von diesem kleinen Old-School Hype profitiert der seit einiger Zeit herrscht?

Markus: Was uns mit Enola Gay verbindet ist im Wesentlichen Peters Stimme. Songtechnisch sehe ich eher weniger Parallelen – klar: zwei Gitarren usw.. Die Mitsingbarkeit unserer Tracks ist unser Markenzeichen. Das war bei den Enolas nicht so ausgeprägt.

Marc: Es freut es mich, dass Enola Gay anscheinend bei vielen Leuten noch in positiver Erinnerung ist, da man seiner Zeit ja auch viel Herzblut in das Projekt gesteckt hat. Und klar, als wir mit Savage Blood gestartet sind, waren wir uns auch nicht ganz klar wie die Band zu sehen ist. Aber ich glaube schon, dass wir uns recht schnell als Nachfolgeband von Enola Gay abgenabelt haben und Savage Blood eine neue eigenständige Band ist.

Peter: Nerven tut das überhaupt nicht, ist ja Teil unserer Vergangenheit, aber Savage Blood ist schon was anderes…straighter…weniger progressiv. Von irgendwelchen Hypes habe ich noch nichts mitbekommen.

HSF: Was für Erinnerungen habt ihr an das Westwerk wo ihr demnächst bei der Heavy Stage Night auftretet?

Marc: Ich habe mal vor ca. 10 Jahren im Westwerk mit Purid gespielt. Ehrlich gesagt kann ich mich nur noch an den großen Backstagebereich erinnern.

Markus: Ich habe da unter anderem Kinderzimmer Productions, mega geil, live gesehen (während Leverkusen das CL Finale verlor…) – wie auch einige andere Kapellen. Mit Sudden Death bin ich da schon mehrfach aufgetreten – ebenso mit Brett Pit. Guter Laden! Wir freuen uns drauf!

Peter: Hab da noch nie gespielt! Keine Ahnung. Aber dank euch darf ich da jetzt mal ran und freu mich drauf.

HSF: Zum Abschluß: Was wünscht ihr euch für die Heavy Stage Night und was kann man von einer Headliner-Show bei euch erwarten?

Markus: Na eben ne rauschende Metal Party mit ner Menge bekannten und unbekannten Nasen vor der Bühne.

Marc: Erst einmal wünsche ich mir, dass die Bude gut gefüllt ist! Wir werden wie immer alles raushauen.

Peter: Eine volle Hütte mit einem gut gelaunten Publikum, was so richtig Bock hat zu moshen. Unsere um einen „Enola Block“ verlängerte Setlist wird uns und dem Publikum alles abverlangen! Wenn beide alles geben, wird es eine großartige Metal Sause! Wir legen vor und der Pit geht mit!

HSF: Wollt ihr sonst noch etwas loswerden?

Markus: Klar! Kommt knapp vier Wochen später alle zum OS-Feast in den Hyde Park! Massig Spielarten des Meddel mit 14 Bands auf zwei Bühnen! Mit Avenging Benji (mit Ban Jackson und Wade Black von Crimson Glory), Sudden, Death, Gurd, Dead Head, Weckörhead, Savage Blood, SMoking hut on stones, Xaja, The Mortis, Quasiomodo, Drugstop, Oirt, Die Romane, Metal Market und Burning Steel Aftershow Disco von 14:30 bis 04:00 Uhr! 24,-€ im VVK – Kinder bis 12 Jahre Eintritt frei! Gehörschutz nicht vergessen! Be there!

Peter: Schon jetzt vielen Dank für die Einladung zur Heavy Stage Night! Ready to Fight!

HSF: Vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Wir sehen uns am 14.04.2018 im Westwerk!

Jeder Osnabrücker (und natürlich darüber hinaus) der auch nur ansatzweise etwas mit Metal anfangen kann, sollte diese Band kennen lernen und die Jungs auf ihrer Homepage anchecken: https://www.savageblood.de. Etwas Besseres hat es im klassischen Metal-Segment im Großraum Osnabrück schon lange nicht mehr gegeben!

Weitere Infos zu unserer Heavy Stage Night am 14.04.2018 im Osnabrücker Westwerk findet ihr hier oder auf der Veranstaltungsseite bei Facebook.

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