Gatekeeper + Sanhedrin – Tour 2019 – A Shadow Over Europa 10.03.2019 - Bastard Club, Osnabrück

Gatekeeper + Sanhedrin

An einem sehr verregneten Sonntagnachmittag im heimischen Osnabrück fällt mir das Aufraffen ein wenig schwer. Da aber mit Sanhedrin und Gatekeeper zwei Entdeckungen des Jahres 2018 im Bastard Club aufwarten, ist das im Grunde ein Pflichtprogramm für jeden waschechten Metaller. Nicht umsonst war insbesondere Sanhedrin in diversen Newcomer-Listen des vergangenen Jahres weit oben dabei. 

Als ich kurz vor 17:00 Uhr im Bastard Club zur Sunday Matinee eintraf, waren Parkplätze bereits rar. Auch drinnen hatte sich schon eine gute Schar an Hartgesottenen – ca. 150 mögen es gewesen sein – eingefunden. Eine Überraschung gab es für die meisten Anwesenden gleich zu Beginn. Sanhedrin startete in den späten Nachmittag. Scheinbar handelte es sich hier wohl um eine Double Headliner-Tour.

Professionelle Vorstellung und hochklassige Songs

Im gut gefüllten Keller des Clubs begann das Trio mit ihrem leicht angedoomten Heavy Metal. Der Sound war sofort allererste Sahne. Druckvoll und klar ging es von der ersten Minute zur Sache und ich persönlich hatte den Eindruck, dass alles etwas zackiger, definitiv aber härter, als auf Tonträger rübergebracht wurde. Klasse! Stimmungstechnisch war das Publikum ebenfalls direkt mit dem Opener “Die Trying” wach. Jeder Song wurde nun lautstark bejubelt. Nicht gerade alltäglich für eine Newcomer-Band, aber aufgrund der absolut professionellen Vorstellung und der hochklassigen und eingängigen Songs absolut verdient. Sängerin Erica Stoltz zauberte einem zudem mit ihrem einschmeichelnden Organ das ein oder andere Mal ein Lächeln aufs Gesicht.

Insgesamt wurden die Songs des Debüts, wie “Massive Deceiver” und Riding on the Dawn” sowie des neuen Albums “The Poisoner”, u. a. “Saints and Sinners” oder “In From the Outside”, gut durchgemischt. Zum Ende hin wurde der Gig zwar ein wenig anstrengend, da die Songs doch etwas eintönig daherkamen, was am Material oder auch an der etwas statischen Bühnenperformance gelegen haben kann. Nichtsdestotrotz war das Publikum mehr als zufrieden, wie auch die Band die sich artig bedankte!

Eine gewisse Verrücktheit und mächtige Gitarrenbreitseiten

Gatekeeper hatten es in der Folge nicht schwer, dem heute sehr gut gelaunten Publikum eine Breitseite Epic Metal schmackhaft zu machen. So wurde direkt mit dem Titelsong der neuen EP “Grey Maiden” losgelegt. “Ohoho”-Chöre regten sogleich das Publikum zum Mitmachen an. Trotz 2 Personen mehr auf der Bühne, wurde diese vor allem durch Sänger J.P. Abboud mehr als zuvor genutzt. Dieser schaffte es, immer wieder mit seinem extrovertierten Stageacting die Blicke auf sich zu ziehen und heizte gut ein. Sowieso ist er ein richtiges Energiebündel mit einem gewissen Grad an Verrücktheit in der Stimme und erinnert bisweilen von der Art und Weise ein wenig an einen gewissen Jon Oliva. So wurden Epic-Granaten, wie “Blade Of Cimmeria” oder “Bell Of Tarantia”, vom Publikum auch lautstark abgefeiert. Stimmlich war Herr Abboud jedoch heute nicht ganz auf der Höhe. Insbesondere in den ruhigen Passagen, wie z. B. in “East Of Sun”, bekam man nicht richtig Gänsehaut, wie man das vom Studiowerk gewohnt ist.

Hervorzuheben sei jedoch noch der Twin-Guitar-Attack der beiden Gitarristen, die eine Salve nach der anderen abfeuerten. Leider wusste jedoch nicht jeder im Publikum mit dem etwas spezielleren Sound der Kanadier etwas anzufangen, so dass sich mit der Zeit doch die ein oder andere Lücke mehr auftat. Auch der Sound war nicht mehr ganz so klar und druckvoll wie bei Sanhedrin. Die Anwesenden waren jedoch weiterhin in Feierstimmung und nach dem Rausschmeißer “Warrior Without Fear” wurde am Ende sogar noch eine Zugabe gefordert. Dieses bekamen sie mit dem Virgin Steele-Klassiker “Chains Of Fire”. Das tolle eigene “North Wolves” wäre da vielleicht die bessere Wahl gewesen, da man zuvor mit “Deathrider” von Omen bereits ein stimmiges Cover im Set hatte.

Ein Abend ohne Verlierer

Alles in allem war es trotz meiner “Meckerei” ein ganz fantastischer Abend, der allen Anwesenden sehr viel Spaß gemacht hat. Beide Bands hatten richtig Bock und da kann auch der ein oder andere Makel verschmerzt werden. Immerhin haben wir es hier mit richtiger Live-Musik zu tun, die nun einmal nicht immer perfekt klingt, aber eben deshalb authentisch ist. Gatekeeper wie auch Sanhedrin gingen heute Abend ganz klar als Gewinner von der Bühne, wenn auch Sanhedrin in der Gunst der Zuschauer einen leichten Punktsieg erzielte.

Setlist Sanhedrin:

  1. Die Trying
  2. Saints and Sinners
  3. The Getaway
  4. Funeral for the World
  5. Massive Deceiver
  6. Riding on the Dawn
  7. Collateral Damage
  8. Demoness
  9. In From the Outside

Setlist Gatekeeper:

  1. Grey Maiden
  2. Bell Of Tarantia
  3. Blade Of Cimmeria
  4. Deathrider (Omen)
  5. Swan Road Saga
  6. Tale Of Twins
  7. East Of Sun
  8. Ninefold Muse
  9. Warrior Without Fear
  10. Chains Of Fire (Virgin Steele)
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