Gwydion – Thirteen VÖ: 06.07.18, Ultraje, Folk / Viking Metal

Gwydion - Thirteen

Gegründet im Jahr 1995 brachten die Portugiesen von Gwydion nach einigen Demos drei Alben heraus. Nicht viel, wenn man die enorme Zeitspanne bedenkt, die das Sextett dafür gebraucht hat. Haben die Lissabonner immer wieder ihre Zähne zusammen gebissen, sind sie doch ihren eigenen Weg gegangen, und standen 2014 dann vor einem Endpunkt. Eine Pause von zwei Jahren genügte, um sich neu zu formieren und 2016 wieder voll durchzustarten. Gehen wir noch zwei Jahre weiter, feiert ihr vierter Silberling seine Geburt.

Doch da folgt schon die erste Enttäuschung auf dem neuen Album „Thirteen“, denn der Introtitel „Heathen“ wirkt mehr als unspektakulär und auch das anknüpfende „793“ haut einen nicht so wirklich um. Der Track um die Schlacht von Lindesfarne wirkt zu sanft. Bedenkt man, dass eine Horde Wikinger ein ganzes Kloster abgeschlachtet hat, bringen die Portugiesen es eher so rüber als wär‘ das damals Ringelpietz mit Anfassen. Erst mit „Balverk Warfare“ kommt der Wikingergeist rüber mit einem Rhythmus zum Schunkeln und Saufen, aber auch krachenden Gitarren, die durch den Song ballern. Gut, am Anfang hatte ich echt Bedenken, denn der Start ist mehr als schnöde, hat etwas von 08/15 Power Metal.

Der vierte Titel „Strenght Remains“ versucht es etwas auf der epischen Schiene, doch lediglich die Folkarrangements überzeugen mich. Der Rest klingt zwar ganz gut, aber es fehlt an dem gewissen Etwas. Jetzt möchte ich etwas vorgreifen, denn die nächsten beiden Titel klingen fast wie jeder andere Gwydion-Song bis jetzt auch. Es fehlt total an Abwechslung. Man kann schon vorhersagen, ob jetzt die Clean-Stimme oder das Growling kommt, und das macht die Sache ziemlich langweilig.

Nach einem unspektakulären Intro, versucht es der Anfang von „Shield Maiden’s Cry“ mit Humpaa-Melodien und düsterem Black Metal. Man orientiert sich hier glasklar an Szenegrößen und kopiert sie fast eins zu eins, mixt sie gar zu einem inhaltslosen Einheitsbrei zusammen. Und wenn man schon beim Kopieren ist, so klingt „Thirteen Days“ wirklich fast identisch mit Turisas zu Zeiten von „The Varangian Way“. Mit Fanfaren und allem, was dazu gehört. Wehmütig drücke ich die Skip-Taste. Was soll man jetzt noch erwarten? Nach mehr als drei Viertel des Albums erwartet man keinen Höhepunkt mehr, und leider bleibt es auch so.

Es ist wirklich schade, dass es hier keine Überraschung gibt. Das Album klingt sehr zugeschnitten und auch wenn die Portugiesen nicht kopiert haben sollten, klingen sie halt doch wie eine x-beliebige Folk-Metal-Combo. Wirklich traurig, denn ich habe die letzten Alben der Band als äußerst positiv aufgefasst. Vielleicht hätte man doch keinen Neustart wagen sollen…

Homepage: https://www.facebook.com/GwydionPT/

Tracklist
01. Heathen
02. 793
03. Balverk Warfare
04. Strenght Remains
05. King’s Last Breath
06. Revenge
07. Under Siege
08. Shield Maiden’s Cry
09. Thirteen Days
10. Oh Land Of Ours – Al Andaluz
11. Voyage
12. Allahs’ Tagides

 

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