Harpyie – Anima

Release: 28.04.17
Genre: Folk Metal/Mittelalterrock
Label: Metalville
Homepage: www.harpyien.de

Die Folks-Helden aus Bad Oeynhausen sind wieder auf der Jagd. Mit ihrem neuen Album „Anima“ ziehen die wilden Harpyien durch das Land um kraftvoll, energisch manchmal gar brutal zuzuschlagen. Und da, wo sie hin schlagen, wächst kein Gras mehr.

Das Album beginnt mit einem kurzen Intro, gesprochen von Dietmar Wischmeyer, der über das „Tier“ bzw. den „Boten des Todes“ redet und den Hörer dadurch sofort mitnimmt – man möchte erfahren worum es sich dabei handelt, da das alles sehr mysteriös wirkt. Dann geht es über in den Titelsong „Anima“ der sehr episch mit Gitarrenriffs und Geige untermalt wird und durch die Worte des Sängers Aello, einem Zauberspruch gleich, das Tier in einem weckt.

Nun geht es mit dem Titel „Ambra“, einem Song über einen Walfänger, direkt in die Vollen – Zunächst wirkt der Gesang etwas elektronisch und besitzt ein bisschen Rammstein-Attitüde. Doch nach dem ersten Refrain, der sehr eingängig ist weiß man, dass Harpyie immer noch ihre alte Stärke besitzen. Ab der zweiten Strophe räumen die Ostwestfalen dann wieder richtig auf. Weiter geht es mit „Schneeblind“. Hier trifft Metalcore auf Mittelalter – Damit hat die Band wieder einmal bewiesen, dass auch so etwas funktioniert. Der Refrain ist sehr einfach gehalten und man kann sofort mitsingen. Im Ganzen wirkt der Song allerdings sehr ruhig, lässt aber an Härte nichts aus. Beim Anspielen des nächsten Songs „Flieg“  überkommt einen sofort das Gefühl von Freiheit. Das Stück wirkt sehr befreiend und geht direkt nach vorne. Man will direkt mitsingen und befindet sich einfach in einer anderen Welt. Meiner Meinung nach ist das auch der stärkste Song der Platte.

Als zu Beginn die russische Folklore von „Rasputin“ einsetzt war ich etwas verdutzt, da ich so etwas noch nie von Harpyie gehört habe. Der Gesang wirkt brutal und wahnsinnig und der Refrain ist wieder einmal gut gewählt und komponiert. Man möchte zu der Melodie am liebsten direkt lospogen. Malerisch beginnt nun das Lied „Totem“ das einen direkt in die Wildnis oder Savanne versetzt. Aello wirkt wieder verzaubernd und der Song hat wieder etwas von einem schamanischen Beschwörungsritus, allerdings etwas metallischer und stärker, aber dennoch ruhig und konzentriert. „Vom alten Eisen“ beginnt mit einer melancholischen Spieluhr, die dann von harten Riffs und einer starken Geige abgelöst wird. Der Song zählt dennoch zu den ruhigeren auf der Platte und bringt die Message der alten, verrosteten, toten Maschine durchdacht rüber. Nach zwei weiteren etwas ruhigeren Songs gibt es dann mit „Dynamit“ wieder voll auf die Zwölf. Der Song bietet neben guten melodiösen Strophen und harten Refrains einen fetten Breakdown der gekonnt mit einer Geige untermalt ist.

Bei „Jagdfieber“ geht es nun wieder etwas ruhiger zu und man wird durch den Klang erneut in das Thema Wildnis versetzt. Der Song wirkt sehr episch und lädt zum Träumen ein, dennoch ist er was die instrumentelle Umsetzung angeht sehr kraftvoll. Mit dem zehnten Song „Berserker“ geht es nun recht brutal zur Sache. Es geht nach einem kurzen melodischen Anfang direkt zur Sache. Beim Refrain hat man direkt eine Wall of Death im Sinn. Man verspürt den Drang seine Wut oder auch das Tier in einem selbst heraus zulassen .

Melodisch und episch geht es nun mit „Löwenherz“ weiter, einem Song der sehr melodiös und auch sehr kraftvoll klingt. Die Message des Songs ist sehr schön und sehr ermutigend und ich freue mich schon darauf den Song im Live-Set der Band mit Freunden im Arm mitzusingen. Im vorletzten Song „Schöne neue Welt“ geht es thematisch etwas trauriger zu, da der Song den Verfall von Tier und Wildnis beschreibt. Er wirkt sehr düster, traurig, aber auch stark und kraftvoll und lädt zum Nachdenken ein. Das letzte Stück „Unter Geiern“ hat mich am meisten auf der Platte verwundert. Der Song beginnt mit akustischen Instrumenten und wirkt wie ein gutes bedachtes klassisches Mittelalterlied. Man könnte gar meinen, dass Harpyie so schon öfter gespielt haben, bis die Instrumente ab Hälfte des Songs von elektronischen abgelöst werden. Hier gibt Harpyie einfach nochmal alles und zeigt was die Formation aus Bad Oeynhausen alles auf den Kasten hat.

Wieder einmal zeigt sich Harpyie von ihrer starken Seite. Das ganze Album wirkt gut durchdacht und sehr gut komponiert. Ich selbst war sehr darauf gespannt, da nach Austritt der Dudelsäcke und Drehleier, nur noch die Geige als mittelalterliches Instrument zur Verfügung stand, doch dieser Zustand schadet der Band keineswegs. Mit „Anima“ sind sie wieder auf der Jagd und schmettern andere Bands mit ihrer Mischung aus Metal und Folk zu Boden. Die Band kratzt bereits jetzt schon mit scharfen Krallen an den großen Bands der Szene. „Eure Ära ist vorbei, unsere beginnt…“ (aus Harpyie, Anima)

Tracklist

  1. Anima
  2. Ambra
  3. Schneeblind
  4. Flieg
  5. Rasputin
  6. Totem
  7. Vom alten Eisen
  8. Dynamit
  9. Jagdfieber
  10. Berserker
  11. Löwenherz
  12. Schöne neue Welt
  13. Unter Geiern

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