Konzertbericht 3Hörner Tour 2018 18.01.2019 Osnabrück Bastard Club

3 Hörner Tour

Obwohl der Name “3Hörner Tour” eher auf eine Pagan Metal Veranstaltung schließen lässt, handelt es sich hierbei um 3 Death Metal Bands, die gemeinsam auf Tour gehen. Leider stößt das Ganze beim Osnabrücker Publikum auf wenig Zuspruch, sodass die Bands vor fast leeren Reihen spielen müssen. 

Das könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass zeitgleich Monster Magnet im Rosenhof spielen. Aber es ist leider auch ein weiteres Zeichen dafür, dass der Underground in Osnabrück sehr vernachlässigt wird und das heimische Sofa samt Netflix vor allem für die jüngere Generation eine interessantere Alternative bildet, während die Alten lieber zu Massenevents von AC/DCMetallica oder Guns `N`Roses pilgern. Aber sei’s drum.

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In Sanity

In Sanity starten gegen 19:30 Uhr ihren Set vor handgezählt 14 Zuschauern (Mit mir 15). Ihre Show zeigt, dass man wohl mit einem größeren Andrang gerechnet hat. So hat man extra eine weitere Lichtanlange und Nebelboxen auf der Bühne installiert, um die Show visuell zu untermalen. Das klappt auch sehr gut. Da die hinter den Musikern aufgebaute Lichtanlage aber hauptsächlich Gegenlicht erzeugt und die Frontlichter auf ein Minimum reduziert werden, sind das natürlich widrige Umstände für Fotografen. Der massive Nebel tut dann sein Übriges.

Das Stageacting stimmt aber in jeglicher Hinsicht. Trotz des fast leeren Bastard Clubs gibt die Truppe ordentlich Gas und heizt den wenigen Anwesenden derbe ein. Zwischenzeitlich verschlägt es den Sänger gar vor die Bühne, wo er gemeinsam mit den Zuschauern singt und bangt. Ihre Musik, aber auch ihre Lichtshow erinnert stellenweise an In Flames wie sie heute klingen. Auch ihr Bandschriftzug scheint von den Schweden inspiriert zu sein. Warum man dafür aber drei Gitarren braucht ist mir etwas schleierhaft. Der Sound ist zwar etwas matschig aber das ist man von dieser Location ja schon gewohnt. Diese Jungs und die Dame am Schlagzeug haben definitiv ein größeres Auditorium verdient.

“Wenn’s euch nicht gefällt, dann habt ihr Pech gehabt.”

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Burden Of Grief

Burden Of Grief gelten zusammen mit Night In Gales als die Wegbereiter des Melodic Death Metals in Deutschland. Darum ist es umso trauriger, dass auch sie gerade mal 20 Mann vor die Bühne locken. Nach dem Soundcheck geht es dann mit “Broken” vom aktuellen Album los. Hier tönt man schon etwas oldschooliger, aber immer noch sehr melodisch. Die Lichtshow ist insgesamt etwas dezenter als noch zuvor, was aber durchaus zum Auftritt der Kasseler passt. Und wie schon In Sanity geben sich auch Burden Of Grief auf der Bühne keine Blöße und liefern eine durchweg tolle Show ab. Sänger Mike ist gut bei Stimme und bringt die Songs sauber rüber. Unterstützt wird er dabei gekonnt von Basser Florian, der immer wieder Backing Vocals ins Mikro grölt.

Dass man Maiden`s “Aces High” in einer verkürzten Version covert ist zwar ganz nett aber eher etwas unnötig. Dies ist übrigens auch der erste Gig ihres neuen Schlagzeugers. Auch ihr etatmäßiger Gitarrist fällt aufgrund der Tatsache aus, dass er Vater geworden ist. Mit “Eye Of The Storm” spielt man dann auch den Titelsong des neunen Albums auf dem auch das abschließende “Wolf Moon” zu hören ist. Die Worte “Habt ihr Pech gehabt “ scheinen der Signature Satz von  Frontmann Mike Huttmann zu sein. Zitat: “Habt ihr Spaß? Wenn nicht habt ihr Pech gehabt.” “Den folgenden Song sollte jeder kennen. Wenn nicht habt ihr Pech gehabt”. “Wenn euch unsere Musik gefällt könnt ihr sie dahinten kaufen. Wenn nicht habt ihr Pech gehabt”.

Knüppel aus dem Sack

Hate_Force_One
Hate Force One

Hate Force One aus dem schönen Geseke, sorry aus Geseke (Ihre Worte nicht meine) spielen dann vor gerade mal 11 Leuten. Und bei den Jungs gibt es ordentlich Knüppel aus dem Sack. Ihr Technischer Death Metal ist zwar bei Weitem nicht so eingängig, wie die Musik der beiden vorangegangenen Bands, aber auch sie haben mehr verdient. Die Band arbeitet solide und zockt ihre knallharten Death Metal Bretter souverän runter. Zudem trägt ihr Fronter ein kultiges Watchman Shirt. Nerd Stuff zieht immer. Für meinen Geschmack ist die Musik allerdings etwas zu technisch. Sie wirkt an manchen Stellen gar abgehackt oder aus zwei Songs zusammengesetzt, was aber nicht unbedingt schlecht sein muss. Spaß macht es auf jeden Fall. Mit “New Zombiefiled” wird dann der offizielle Teil beendet.

Special Act zum Schluss

Doch es gibt noch ein Extra. Nach kurzer Umbaupause treten zwölf Musiker aus allen drei Bands als eine Art Supergroup gemeinsam auf. Mit Amon Amarth`s “Pursuit Of Vikings” wird dann der erste und einzige  Song der zum paganistischen Namen “3 Hörner Tour” passt gespielt. Es folgen Twisted Sister`s “We`re Not Gonna Take it” und Dio`s “Holy Diver” in der Killswitch Engage Version. Dass das Ganze nur so semi-gut klappt, weil Teile der Musiker den Text ablesen müssen oder die Mikrofone nicht richtig gepegelt sind, ist nebensächlich, denn Laune macht`s. Letztgenannter Song ist übrigens maßgeblich für den Namen des Marsberger Festivals “Metal Diver” verantwortlich, in dessen Dunstkreis diese Tour entstanden ist.

Am Ende bleibt zu sagen, dass mehr Publikum dem Ganzen im Speziellen, so wie dem Underground allgemein gut getan hätte. Schade drum. Hoffen wir, dass die Bands bei den übrigen fünf Terminen mehr Zuspruch erfahren.

Bericht: Inquisitor/Erle
Fotos: Erle

 

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