Mr. Irish Bastard – The World, The Flesh & The Devil Tour

Halloween hat seine ursprünglichen Wurzeln nicht in den USA, wie oft angenommen wird. Irische Einwanderer brachten dieses Brauchtum in die Neue Welt. Konsequent folgte die Münsteraner Folk Punk Band Mr. Irish Bastard dieser Tradition und feierte ein ausgelassenes und stimmungsvolles Halloween mit den zahlreich erschienenen Fans und Musikliebhabern im Osnabrücker Bastard Club.

Das Interesse an der Band war größer als erwartet. Die Besucher hatten schon vor Konzertbeginn einen (t)irischen Durst. An der Theke im „Mutti’s“ stand die Kundschaft in Viererreihen und so sah sich der Chef, Herr Schnallenberger, gezwungen, selbst Hand anzulegen und die Kühlschränke nachzufüllen. Nächste Woche hat er sicher Burn-Out. In der unteren Etage war die Bühne bereits auf Halloween getrimmt und mit schwarzen Spinnen und allerlei Spinnweben dekoriert. Eine Vorband gab es nicht, da sie schlichtweg vergessen wurde. Schnalli und der Tourmanager warteten beide auf eine Vorbandbestätigung, und als man das gegenseitige Missverständnis bemerkt hatte, war es zu spät noch eine Band zu verpflichten. Insgeheim waren aber alle Konzertbesucher froh, einmal ohne überflüssige Vorband auskommen zu dürfen.

Die Bandmitglieder hatten sich für diesen Abend extra als Zombies geschminkt und gaben beim ersten Lied auch sofort den Takt vor für die Tanzfläche direkt vor der Bühne. Selten kommt es vor, aber es gibt Konzerte mit ausgewiesener Tanzfläche. So auch hier. Noch ungewöhnlicher war die Tatsache, dass während des zweiten Liedes die Setlist ausgetauscht wurde. Das habe ich noch nie erlebt, dass während des Auftritts die Setlist nochmal ausgetauscht wird und zwei Lieder zusätzlich eingetragen werden. Da ist so ein alter Konzerthase, wie ich, auch schon ziemlich aus dem Häuschen, zumal das Publikum auch richtig gut mitging. Unübersehbar hatten Mr. Irish Bastard eine feste Fanschar, die bei allen Liedern textsicher mitsingen konnten. Bei „Drink Another Day“ oder „Last Pint“ wurden die Refrains kräftig unterstützt. Doch selbst für das Gitarrestimmen verschwendete die Band keine musikalische Minute. Bei „I Only Like You“ lässt der Sänger The Irish Bastard das Publikum singen. Sogar die Zwischenrufe aus der Menge wurden stilsicher verwurstet. Rief doch einer: „Jetzt noch was von Scooter.“ Und Gand E. Smith schlug gleich den döp döp döp-Rhythmus aus dem Lied „Maria (I Like It Loud)“ an, was wiederum sofort mit Gesang vom Publikum aufgegriffen wurde.

Ein ums andere Mal verhedderten sich die Gitarristen in den Spinnweben und mussten mühsam befreit werden. Diese reißfeste Kunststoffdeko war ein Teufelszeug. Die Band nahm es mit Humor. Zwischenzeitlich mischte sich Flötistin Lady Lily und der Mann mit der Mandoline, Grand E. Smith, unters Publikum und tanzten mit der Menge. Zum Abschluss lässt die Band für das Lied „Let Go“ auch einige Gastsänger auf die Bühne. Keine Frage, Mr. Irish Bastard sind eine unglaublich gute Liveband. Mit zwei Stunden Spielzeit bieten sie nicht nur richtig viel Musik, die unausweichlich in die Beine geht, sondern auch 100 % gute Laune. Nach dem Konzert wurde im „Mutti’s“ mit der Horraoke Halloween Party noch gehörig weitergefeiert.

Setlist Mr. Irish Bastard:
Kingdom Of The Sun
Galway Bay
I Smell The Blood
Bed Of Bricks
Forty Something Street
Ballad Of A Workshy Man
Drink Another Day
Home
Building Up And Tearing England Down
Curse Of The Red-Haired Woman
I Hope They Sell Beer In Hell
Another Mans Country
Bite The Dust
That Bitch Drank My Whiskey
Ghosttrain
I Only Like You
Streams Of Whisky (The Pogues cover)
You Spin Me Round (Dead or Alive cover)
Last Pint
Stupid Bastards
Fuck You My Darling
Temple Of Love
Let Go

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