Craving – By The Storm

Release: 16.12.2016
Genre: Folk Metal
Label: Apostacy Records

Homepage:  http://www.cravingmetal.de

Gut drei Jahre mussten sich die Fans von Craving gedulden, doch nun ist das neue Machwerk „By The Storm“ der Oldenburger Folk Metal Band fertig. Wobei die Genre-Bezeichnung Folk Metal um ehrlich zu sein, ziemlich ungenau ist und der stilistischen Ausrichtung der Band nicht gerecht wird. Vielmehr vereint die Truppe Elemente aus Power-, Black-, Death-, und eben Folk Metal in ihren Songs und erreicht so eine enorme Vielschichtigkeit und Abwechslung in ihrer Musik. Und das zeigt sich auch auf der neuen Langrille. 

Zum ersten Mal in der Craving-Geschichte beginnt ein Album mit einem instrumentalen Opener. Doch „Fugur Immortale“ gefällt und lässt den Hörer mit seinen ruhigen, schwerwiegenden Keyboardmelodien in eine düster-melancholische Welt einsinken. Doch Zeit zum verschnaufen bleibt nicht, denn das Album nimmt verdammt schnell Fahrt auf. Bereits das zweite Stück „By The Storm“ legt ein gnadenloses Tempo vor und kann dabei vor allem mit seinen extrem an diverse Power Metal Combos erinnernden Gitarrenriffs und der super eingängigen Hookline überzeugen. Wer hier nicht sofort anfängt, heftigst die Rübe zu schütteln muss entweder taub oder Helene Fischer Fan sein.

Nach dem ebenfalls ziemlich heftigen „Cave Of A Dream“ nehmen die Jungs bei „Penelopes Prayer“ erst einmal ein wenig das Tempo raus und zeigen sich von ihrer schwarzmetallischen Seite. Lyrisch geht es um Penelope, die auf die Rückkehr ihres geliebten Odysseus wartet. Der groovige Rhythmus mit seinen gekonnt eingewebten Blastbeat-Attacken und einem ziemlich epischen Refrain zeichnen den Song aus und machen Penelopes Ambivalenz zwischen Hoffnung und Verzweiflung gut spürbar. Noch schwärzer, allerdings deutlich knackiger kommt „Spirits Of The Dead“ daher. In gut vier Minuten ballern sich Craving durch diese ziemlich straighte Black Metal Nummer und werden damit live sicher den Moshpit zum Beben bringen. Ein weiterer Höhepunkt des Albums ist das achtminütige Epos „Seven Steps To Darkness“, welches noch einmal unter Beweis stellt, wie gut es Ivan, Maik und Leo verstehen, tiefschwarze Lyrik in ein ansprechendes musikalisches Konzept einzubinden.

Während „One With Darkness“ wohl der Partyfraktion unter den Craving-Fans gefallen wird, legt sich „Eyes Of Winter“ wie ein schwerer Teppich aufs Gemüt und lässt den Hörer zunächst sehr zur Ruhe kommen. Die etwas doomig anmutende Halbballade ist mit ihren fast neun Minuten der längste Song des Albums, ist etwas schwerfällig, kann aber mit einem coolen Mittelteil punkten. Im letzten Teil des regulären Albums machen die Oldenburger dann keine Kompromisse mehr und liefern klassisches Craving-Material allererster Güte ab. Vorwärts treibende Drums, epische Chöre und fette Gitarrenwände prägen die Stücke. Ein absolutes Highlight ist hierbei das bereits Anfang des Jahres auf der „Wielder Of Storms“-EP erschienene „Wenn der Wind sich dreht“. Und wer sich für die Digipack-Version des Album entscheidet, bekommt dann noch eine ultracoole Coverversion des „Game Of Thrones“-Theme sowie einen weiteren, bereits auf der EP enthaltenen Song mitgeliefert.

Mit „By The Storm“ haben Craving ein wirklich eindrucksvolles Album produziert. Vor allen Dingen in Sachen Songwriting und Produktion hat sich die Band gegenüber „At Dawn“ (2013) ein gutes Stück weiterentwickelt. Alles in Allem wirkt das Album sehr rund und ausgewogen und klingt im Ganzen sehr fett.

Tracklist:

  1. Fugur Immortale
  2. By The Storm
  3. Cave Of A Dream
  4. Penelopes Prayer
  5. Spirits Of The Dead
  6. Seven Steps To Darkness
  7. One With Darkness
  8. Eyes Of Winter
  9. The Stone
  10. Wenn der Wind sich dreht
  11. Wielder Of Storms
  12. The Fountain of Memory
  13. Game Of Thrones (Cover)*
  14. Torn Apart*

*bonus tracks (digipack only)

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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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