Order To Ruin – The Return To Ceyrior VII VÖ: 09.02.2018, Eigenproduktion, Melodic Death Metal

The Return to Ceyrior VII

Aufmerksamen Lesern unseres Magazins mag der Name Order To Ruin bekannt vorkommen. Kollege Acheron befasste sich nämlich bereits vor gut einem Jahr mit der letzten Veröffentlichung „Lunar Asylum“ (2017) (Review) der Münsteraner. Nun steht also der nächste Output mit dem Namen „The Return To Ceyrior VII“ bereit, welcher ebenfalls wieder komplett in Eigenregie eingespielt wurde.   

Stilistisch macht die Truppe eigentlich genau dort weiter, wo sie mit „Lunar Asylum“ aufgehört hat. Wieder gibt es kompromisslosen Melodic Death Metal der Göteborger Schule, der an alte In Flames, At The Gates oder teilweise auch an Dark Tranquillity erinnert. Bei genauem Hinhören erkennt man aber doch so einige Veränderungen. Positiv bemerkbar macht sich vor allem das Drumming, das nun vom Italiener Patrick Stradiotto übernommen wurde und nicht mehr aus der Konserve kommt. Dadurch wirkt das Material insgesamt etwas organischer und lebendiger. Auch der Gesang von Mike Seidel wirkt auf „The Return To Ceyrior VII“ energischer und an vielen Ecken giftiger als noch auf dem Vorgänger. Hervorzuheben ist hier das absolut nach vorne gehende „Dating Lucifer“, welches sich bereits beim ersten Durchlauf zu einem meiner persönlichen Lieblinge auf der Platte gemausert hat.

Auch beim folgenden „Mary Jane“ geht mächtig die Post ab. Wuchtige Riffs, kernige Drums und ein fast schon Black Metal-artiger Keifgesang treten hier mit rasanter Geschwindigkeit eine einzigartige Symbiose ein. Und eh man sich versieht, ist das 3:22 Minuten-Feuerwerk dann auch schon wieder vorbei. Beim Titeltrack „Return To Cyrior VII“ nehmen die Jungs dann minimal das Tempo raus, packen dafür aber ein paar mächtige, melodische Riffs rein, die schon fast einen Hauch von Bombast verspüren lassen. Der Mittelteil ist sehr ruhig und von einer eingespielten, apokalyptisch klingenden Radiopassage geprägt. Damit wird auch noch einmal das Intro „World Eater“, welches bereits zu Anfang eine Endzeitstimmung aufkommen lässt, Bezug genommen.

Der längste Song des Albums „Alone With My Knife“ kommt straight und schnörkellos daher, bietet aber auch wenig Aufregendes. Einzig die Growls und das groovige Kopfnicker-Drumming im Mittelteil bieten etwas Abwechslung. Danach wird das Tempo bei „Into The Devil’s Mansion“ wieder etwas angezogen. Hier lebt der Song vom Wechsel zwischen Growls und Screams sowie dem präzisen Riffing der Gitarren. „The Conjurer“ beginnt ruhig mit Gewitter-Intro und Akustikgitarre, entwickelt sich dann aber schnell zu einer knallharten Death-Metal-Nummer mit tiefen Growls, treibenden Drums und flinken Gitarrenriffs. Abgeschlossen wird das Album von „The Bearing Of Time“, welches vor allem von seinen schnellen Double Bass Parts lebt und einen gelungenen Abschluss darstellt.

Abschließend lässt sich also sagen, dass Order To Ruin auf „The Return to Ceyrior VII” fast alles richtig gemacht haben. Die Entscheidung für einen Schlagzeuger hat sich positiv auf die Songs ausgewirkt und macht die Scheibe rund. Über die Produktion kann man nicht meckern, außer vielleicht, dass es den Old-School Death Metal-Freunden zu sauber klingt. Nach dem sehr guten Beginn schleicht sich im Mittelteil des Albums allerdings ein wenig Gleichförmigkeit ein, was Abzüge in der B-Note gibt. Im Großen und Ganzen hat die Truppe aber ein ordentliches Album abgeliefert. Jetzt wird es nur endlich mal Zeit für die Live-Feuerprobe der Songs.

Tracklist:

  1. World Eater (Intro)
  2. The Stormlake’s Tale
  3. Dating Lucifer
  4. Mary-Jane
  5. Return to Ceyrior VII
  6. Alone With My Knife
  7. Into The Devil’s Mansion
  8. The Conjurer
  9. The Bearing Of Time

 

Über Erle 110 Artikel
Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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