Ewigheim – Schlaflieder

Release: 21.10.2016
Genre: Dark/Gothic Metal
Label: Massacre Records

Homepage: http://www.ewigheim.de

Da ist es also, das sechste Werk der Düsterrocker von Ewigheim. „Schlaflieder“ sollen es werden, also wird die herbstliche Stimmung beim letzten Tageslicht noch einmal voll aufgesogen, der schwere Rote wird bereit gestellt, und die Traumreise kann beginnen.

Los geht es mit dem „Schlaflied“, einer zu Beginn sehr ruhigen Nummer, zum Refrain hin deutlich offener und düsterer. Die Lyrics handeln metaphorisch vom ewigen Schlaf, den nun mal noch jeder von uns vor sich hat. Sehr gelungener Einstieg, die Schwermut macht sich wohlig in beiden Gehirnhälften breit. Weiter geht es mit der „Himmelsreiter“, welches deutlich rockiger daherkommt. Ein schönes Gothic Stück, welches einen durchaus eingängigen Melodieverlauf hat. Anschließend kommt das „Mondlied“, welches sehr getragen und ruhig ist. Hier wird es definitiv Zeit nachzuschenken, einfach schaurig liebreizend.

„Ein Stück näher“ geht dann direkt in die Vollen. Sehr rockiger Song, der direkt in den Gehörgang geht. Wird live mit Sicherheit sehr gut abgehen, mein Favorit auf der CD. Wer „Ich will brennen“ mag, wird diesen Song lieben. „Einmal noch“ diese Ballade hören, finster, hoffnungslos. Was der Party-Sommer-Radio-Hit für den Sommer ist, ist dieser Song für den Herbst. Man versinkt in Träumen, schaut aus dem Fenster der Natur beim Welken zu, und begibt sich auf die Reise ins morbide Innere. „Dies ist der Preis“ ist der erste etwas schwächere Song dieser Scheibe, ein Gothic Rock Song wie er schon mehrfach da gewesen ist. Handwerklich nicht schlecht, aber auch nicht auffällig. „Besessen & Entseelt“ ist wieder eine flotte Nummer, deren Klänge mich irgendwie an die „Kalte Sonne“ von Zeraphine erinnern. Auch ein schöner Song für die Liveauftritte, hier kommen auch die Gothic-Metaller voll auf ihre Kosten. „Wir, der Teufel und ich“ ist eine düstere Elektronummer, welche irgendwie bedrohlich wirkt. Der Gesang wirkt fast teilnahmslos, während er jedoch einschneidende Erlebnisse beschreibt. Diese kognitive Dissonanz macht den Song dunkel romantisch schön.

„…“ bildet den Abschluss der normalen CD (beim Digipack hat man noch zwei Songs mehr). Ein an sich schöner Ausklang. Man wird emotional aufgeladen und nachdenklich zurückgelassen, die Zukunft bleibt düster offen. „Des Teufels schönstes Kind“ holt einen dann wieder zurück aus der Traumwelt. Rockige Nummer, mit eingängigem Refrain. Die Sprechgesangstellen haben etwas von den frühen Theatre of Tragedy und passen gut zu diesem Song. Sehr schöne Zugabe. „Negativ“ ist dann das wirkliche Ende der „Schlaflieder“. Eine Ode an die schwarze Gemeinde, welche das Potential zum Klassiker hat. Textlich einfach gehalten und dennoch ansprechend, zugespitzt und auf den Punkt gebracht.

Insgesamt sind die „Schlaflieder“ gut konzipiert. Eine solide Scheibe, bei der man sich mit einem guten starken Wein in den trüben Herbstschlaf fallen lassen kann.

(von Gastredakteur Lord Nyrdl)

Tracklist:

  1. Schlaflied
  2. Himmelsleiter
  3. Mondlied
  4. Ein Stück näher
  5. Einmal noch
  6. Dies ist der Preis
  7. Besessen & entseelt
  8. Wir, der Teufel und ich II
  9. Des Teufels schönstes Kind
  10. Negativ

 

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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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