Night Demon + Forsaken Tomb 01.08.2018, Bastard Club, Osnabrück

Night_Demon_Live

An einem lauschigen Mittwochabend (gefühlte 45 Grad im Bastard Club) gaben sich Night Demon aus Ventura (Kalifornien) die Ehre, in Osnabrück einen Abstecher zu ihren Albumaufnahmen einzulegen. Diese werden zurzeit in Hamburg vollzogen. Als Vorband agierte an diesem Abend die lokale Band Forsaken Tomb. 

Als ich gegen 19:30 Uhr am Bastard Club ankam, hatte sich bereits eine stattliche Menge an Konzertbesuchern eingefunden. Das ein oder andere kühle Getränk musste nun zugeführt werden, denn es war klar, dass es heute heiß werden würde und das Ausschwitzen womöglich schneller stattfindet als die Wiederaufnahme von Flüssigkeit. Um 20 Uhr sollten die Black Thrasher von Forsaken Tomb auf die Bühne gehen und es zeichnete sich ab, dass dieses ein wenig kompliziert werden könnte. Nicht nur die zweite Gitarristin Sara (gute Besserung!) fehlte heute, nein, auch Sänger Wulle war noch nicht vor Ort. Als dieser dann endlich gegen 20:25 Uhr eintraf, war Soundmann Dirk wohl schon kurz davor, den Saft für die Jungs abzudrehen.

Ohne Begrüßung der Anwesenden stürmte ein sichtlich gestresster Wulle dann direkt auf die Bühne, um diesen Stress sodann in positive Aggression umzuwandeln. Songs wie „Skeletal Remains“ und „Werewolf Nights“ wurden dann auf die Meute losgelassen, die die Jungs auch gebührend abfeierte. Basser Sven und Drummer Hendrik leiteten den Reigen mit einem druckvollen Fundament. Gitarrist Timios gab dank des aufgestellten Ventilators eine hervorragende Figur beim Langhaarposing ab und lieferte die melodischen Momente im Sound a là Midnight ab. Und Wulle gab alles, peitschte die Meute an und war ein echter Aktivposten auf der Bühne. Mir persönlichen gefielen heute auch die etwas melodischeren neuen Songs, wie „Outbreak“ und „Wrecking From The Dead“ sehr gut. Als gebührender Abschluß wurde dann noch „You Can’t Stop Steel“ von Midnight gezockt. Toller Gig!

Die Raumtemperatur hatte sich bereits in unerträgliche Höhen geschraubt, als Night Demon die Bühne betraten. Mit einem gewohnt hyperaktiven Jarvis schleuderte die Band ihre melodischen 80er-Style Hymnen ins Publikum. Dieses war wohl aufgrund der Temperatur leicht überfordert und musste sich erst eingrooven. Nachdem Night Demon dann gute 6 Songs ohne Pause durchgezockt hatten, war jedoch auch die Stimmung am Kochen. Immer wieder gab es Night Demon-Chöre im Publikum und irgendwann war einem auch die Wärme egal. Es wurde geschwitzt, gesungen und die Band nach allen Regeln abgefeiert.

Songtechnisch konnte sich wohl niemand beklagen. Gefühlt wurde heute Abend die komplette Discografie geboten. Über speedige Geschosse wie „Screams In The Night“ oder „Black Widow“ konnten mich auch wieder sehr die etwas groovigeren Stücke überzeugen. Mein Fave „Heavy Metal Heat“ wurde genauso gezockt, wie Songs der überragenden selbstbetitelten EP („Ritual“, „The Chalice“). Bei letzterem Song kam sogar der Reaper selbst auf die Bühne und reichte den Krug ins Publikum. Nette Showeinlage! Selbstverständlich fehlte heute mit „Radar Love“ von Golden Earing ebenfalls ein bestens intonierter Cover-Song nicht. Das hat ja schon Tradition.

Am Ende waren alle glücklich und ausgepumpt. Night Demon hatte mal wieder überragend abgeliefert und die zahlreichen Fans (Mindestens 150) waren trotz der Hitze in bester Stimmung. So sieht das aus, wenn sich Band und Publikum gegenseitig pushen! Einen Satz noch zur Vorband: Forsaken Tomb mögen musikalisch nicht zwingend zu Night Demon passen, aber ich persönlich finde solche Crossover-Konzerte klasse. Heute hat das auf jeden Fall funktioniert.

Danke für den geilen Abend!

Night Demon: nightdemon.net, Bandcamp
Forsaken Tomb: Youtube, Facebook

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