Paradise Lost – The Plague Within

Released: 29.05.2015

Genre: Gothic Metal/Death Doom

Label: Century Media

Mit großer Spannung wurde das mittlerweile vierzehnte Studioalbum der Gothic Metal-Pioniere Paradise Lost erwartet. Das lag vor allem auch daran, dass die Band bereits im Vorfeld bekannt gegeben hatte, man wolle sich auf „The Plague Within“ stilistisch wieder mehr auf die Wurzeln der Band konzentrieren. Und um es vorweg zu nehmen, dieser Stilwandel ist den Briten voll und ganz gelungen.

Dieses Album klingt so roh und aggressiv wie schon lange kein Paradise Lost Album mehr. Man fühlt sich irgendwie in die frühen Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts versetzt, als die Band mit „Icon“ oder „Draconian Times“ unvergessliche Referenzwerke schaffte. Nick Holmes hat anscheinend sein Liebe für die tiefen Death Metal Growls wiederentdeckt und verschafft den Songs auf „The Plague Within“ damit eine Authentizität sondergleichen. Nach Angaben der Band hat man auf Editing und Samples verzichtet, um das Album dreckiger und „echter“ klingen zu lassen. Und das steht den zehn Songs wirklich gut zu Gesicht.

Dabei ist das Album keinesfalls eintönig, sondern verbindet souverän die Death/Doom Roots der Band mit den aktuellen Strömungen. Der Opener „No Hope In Sight“ kommt mit einem etwas schwerfälligen Tempo, dafür jedoch mit einem massiven Sound daher. In „Terminal“ geht es da schon etwas flotter zu Werke. Ganz besonders der Refrain groovt ganz ordentlich. „An Eternity Of Lies“ überzeugt vor allem durch sein ausgewogenes Arrangement. Auch die Backing Vocals von Greg Mackintoshs Frau Heather geben dem Song zusätzliche Tiefe. „Punishment Through Time“ ist wohl das abwechslungsreichste Stück des Albums und kann durch seine interessanten Breaks und die steten Tempowechsel punkten.

Und dann wird es plötzlich tief depressiv. In der Mitte des Albums steht mit „Beneath Broken Earth“ ein Doom Koloss, wie man es von Paradise Lost schon seit Ewigkeiten nicht mehr gehört hat. Das Tempo ist zäh wie Kaugummi, die Gitarren beschränken sich auf das Wesentliche und Nick Holmes Gesang klingt unerbittlich und brutal. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „Sacrifice The Flame“. Zum Ende des Albums wird es dann wieder etwas rotziger. „Flesh From Bone“ ist eine 1A Death Metal Nummer, die vor allem vom dominanten Gitarrenspiels eines Greg Mackintosh geprägt wird. Das darauf folgende „Cry Out“ kann man da schon fast als fröhliche Rocknummer bezeichnen. Und mit „Return To The Sun“ hat man dann auch noch ein bombastisch melancholisches Stück, welches auch auf den Veröffentlichungen der frühen neunziger Jahre hätte stehen können.

Alles in Allem bleiben sich Paradise Lost also treu und ändern in schöner Konstanz ihre musikalische Ausrichtung von Album zu Album. Dass es dieses Mal wieder zurück in Richtung der Anfangstage geht, dürfte vor allem Death und Doom Metal Freunde freuen. Ob „The Plague Within“ jedoch das Zeug zum Klassiker hat, wird sich erst noch zeigen müssen. Eine Kaufempfehlung ist es aber allemal.

Tracklist:

  1. No Hope In sight
  2. Terminal
  3. An Eternity Of Lies
  4. Punishment Through Time
  5. Beneath Broken Earth
  6. Sacrifice The Flame
  7. Victim Of The Past
  8. Flesh From Bone
  9. Cry Out
  10. Return To The Sun
  11. Victim Of The Past [Orchestra Version][Bonus Track]

Über Erle 118 Artikel
Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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