Gloryful – Cult Of Sedna VÖ: 18.01.2019, Massacre Records, True/Heavy Metal

Cult_Of_Sedna

Das neue Jahr ist zwar erst ein paar Tage alt, hält aber bereits jetzt ein echtes Brett in Sachen Heavy Metal bereit. Dieses Brett hört auf den Namen „Cult Of Sedna“ und ist das nunmehr vierte Album der Ruhrpott-Metaller von Gloryful 

Schnörkellos und kitschfrei

Fernab von jeglichem Kitsch liefert die Truppe um Sänger Johnny La Bomba schnörkellosen True/Heavy Metal mit ausgefeilten Riffs, stampfenden Rhythmen und markantem Gesang. Dabei wirkt die Band unbekümmert und frech wie seit ihrem Debüt „The Warriors Code“ nicht mehr. Außerdem ist der Mix auf „Cult Of Sedna“ ein ganzes Stück rauer und direkter als auf dem Vorgängeralbum „End Of The Night“. Das lässt die Scheibe insgesamt deutlich aggressiver rüberkommen. Gnadenlose Brecher wie „The Oath“ oder „The Hunt“ sind da nur zwei Beispiele. Mit bissigem Gesang, treibenden Double-Bass-Gewittern von Schlagzeuger Hartmut Stoof und feinen Gitarrensoli vom Duo Jens Basten und Adrian Weiss zeigen Gloryful, wo der sprichwörtliche Hammer hängt.   

Eingängige Mitsinghymnen

Doch auf „Cult Of Sedna” wird nicht nur auf der Überholspur gefahren. Songs wie „Brothers In Arms“ mit seinen an der Grenze zum Bombast liegenden Arrangements zeigen, dass die Jungs auch ihr Gespür für eingängige Melodien und Mitsinghymnen noch einmal verbessert haben. Und der Refrain von „Void Of Tomorrow“ hat sich sowieso spätestens nach dem dritten Durchlauf dermaßen in die Gehörgänge gefressen, dass man gar nicht anders kann, als mitzusingen. Im Mittelteil wird es dann rockig. „True Till Death“ und “Desert Stranger” können mit ein paar netten Gitarrenriffs und Twinleads aufwarten, die ein wenig an 80er Jahre Rocksongs erinnern. Das ist ganz nett, aber auch wenig unspektakulär. Und auch die vor Pathos strotzende Halbballade „When The Union Calls On Me“ gehört eher zu den schwächeren Songs auf dem Album.  

Endspurt

Zum Ende des Albums geben Gloryful dann aber noch einmal Gas. „My Sacrifice“ wirkt zwar zu Anfang noch etwas behäbig, entpuppt sich dann aber als geradlinige Power-Metal-Nummer, die zum fröhlichen Mattenschütteln einlädt. Und auch „Sinners & Saints“, welches das letzte reguläre Stück des Albums ist, geht nach einem etwas gemächlichen Start mächtig nach vorne. Den Schlusspunkt unter „Cult Of Sedna“ setzt dann das instrumentale Outro „In The Next Chapter“. 

Mit „Cult Of Sedna“ besinnen sich Gloryful auf die Trademarks ihrer Anfangstage zurück. Eingängige Kompositionen, geile Riffs und der eigenwillige aber auch unverkennbare Gesang von Frontmann Johnny La Bomba haben diese Band von jeher zu etwas Besonderem in der True/Power-Metal-Szene gemacht. Kombiniert mit dem rauen und organischem Mix und dem fast vollständigen Verzicht auf hohe Gesangsparts erreicht das Album obendrein ein neues Level auf der Gloryful-Härteskala. Weniger Chöre dafür mehr harte Riffs und verzwickte Soli lassen das Album in Teilen sogar schon fast thrashig rüberkommen. Wer „The Warriors Code“ und „Ocean Blade“ mochte, der kann auch bei „Cult Of Sedna“ bedenkenlos zugreifen. 

Tracklist: 

  1. Cult Of Sedna 
  2. The Oath 
  3. Brothers In Arms 
  4. Void Of Tomorrow 
  5. The Hunt 
  6. True Till Death 
  7. When The Union Calls On Me 
  8. Desert Stranger 
  9. My Sacrifice 
  10. Sinners & Saints 
  11. In The Next Chapter 

 

Über Erle 135 Artikel
Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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